Ein typischer Samstag auf einem traditionellen Segelschiff

Datum: 19.04.2014
Mittagsposition: 51°41,3’N; 002°32,3’E
Etmal: 99 sm
Wetter: Lufttemperatur: 10°C, Wassertemperatur: 10,5°C ,Wind: ENE 3-4
Autor: Theresa

Heute begann mein Tag um 7:00Uhr, als ich von Wache III zum Frühstück geweckt wurde. Wie fast jeden Morgen wurde ich von meinen lieben Wachkameraden um 7:30Uhr nachgeweckt, damit ich noch schnell in zwanzig Minuten frühstücken und mich anziehen konnte. Nachdem ich zwei Mal im Ausguck, einmal am Ruder gestanden habe und eine Maschinenronde geganen bin, habe ich Wetter und Position eingetragen und wurde danach von Ruth in den Salon gebeten. Sie verkündete mir, dass eine Copi-Stelle frei geworden wäre, da einer meiner Mitschüler diese verantwortliche Position abgegeben hat. Ich habe mich total gefreut und habe natürlich die Stelle gleich angenommen, also war klar, dass ich in drei Stunden gleich wieder Wache gehen musste. Um 11:30 Uhr hat Ruth einen Vortrag, erst über „AlumniKUS“ und dann über die Möglichkeiten, auf der Thor Heyerdahl weiterhin Mitsegeln zu können, gehalten. „AlumniKUS“ ist ein neu gegründeter Verein, der zum Ziel die Vernetzung unter ehemaligen KUSis, aber auch unter Eltern und Interessierten hat. Danach war Mittagessen von unseren sensationellen Backschaftsboys, ein herrlicher Nudelauflauf mit viel Gemüse und Käse wartete auf uns! Weiterlesen

Ich, der Wachführer

Datum: 18.04.14, Freitag
Position: 50° 28,6′ N ; 000° 54,6′ E
Etmal: 147 sm
Wetter: NE4, Luft: 11,5°C, Wasser: 10,5°C
Autor: Kevin

Ich werde geweckt mit den Worten: „Es ist kalt, also ich habe drei Pullis an und mir ist kalt, und der Wind ist auch kalt.“ Man freut sich doch, so geweckt zu werden.
Es war dann übrigens auch richtig kalt. Nachdem ich mich aufgerafft habe, bin ich, wie immer, zum Frühstück getrottet und habe mir meinen ganzen Becher Yoghurt abgeholt. Nach einem kurzen Durchschnaufen bin ich dann hoch zur Wache gegangen und habe mich der Eiseskälte gestellt. Bei der Übergabe erfuhr ich dann, dass wir bereits im Osten sind und damit den Null-Grad-Meridian passiert haben.
In der Wache hatten wir ziemlich viel Action, da der starke Gegenwind die Bullen und die Geien gelockert hat, zudem mussten wir auch ständig auf überholende Schiffe aufpassen.
Die Wache vergeht in letzer Zeit irgendwie richtig langsam. Nach der Wache haben wir dann zum vorletzen Mal Reinschiff Messe gemacht, naja, ich habs nur zur Hälfte gemacht, weil ich noch Log-Buch schreiben musste. Direkt nach dem Mittagessen habe ich mich erst einmal für zwei Stunden hingelegt, weil ich einfach extrem müde war nach der Arbeit, aber auch weil ich nicht wusste, was ich sonst machen sollte.
Zum Kaffee gab es als Krönung Mouse au Chocolate, dafür unterbricht man seinen Schlaf schon mal. Weiterlesen

Logbuch vom 17.04.2014

Wir befinden uns heute am Donnerstag, den 17.04.2014 um 12:00 Uhr BZ, also 13:00 Uhr deutsche Zeit, auf der Position 50°17,5’N und 002°34,5’W. Gestern haben wir den Hafen von Falmouth verlassen und laufen bei WNW 2 unter Segeln mit Motorunterstützung Kurs 075° mit durchschnittlich 5,1 kn. Die Stimmung an Bord ist sehr gut und alle sind wohlauf.

Nach der Verkündung der Positionen übernahmen wir Jugendlichen gestern um 15:15 Uhr BZ die Leitung des Schiffes. Bevor wir jedoch ablegen und in See stechen konnten, mussten noch die kommende Reiseroute und die Planung unseres Bordalltags fertiggestellt werden.
Also berechnete unsere Kapitänin Zoe mit tatkräftiger Unterstützung ihrer drei Steuerleute Emmi, Theo und Jakob die zu steuernden Kurse, während wir, die neue Projektleitung die Organisation und Planung übernahmen. Die Wachführer Clara K., Kevin, Silas und Alex trafen sich mit ihren Copis Janina, Lucia, Milena und Ben, um sich in Wachen einzuteilen. Auch Lea, als unsere Bootsfrau, der Proviantmeister Consti und der Maschinist Yannik verschafften sich einen Überblick über ihre anfallenden Aufgaben.

Nun befinden wir uns auf dem Weg nach Deutschland, jedoch steht wegen den bevorstehenden ungünstigen Winden zur Debatte, dass wir möglicherweise erneut vor der „Isle of Wight“ vor Anker gehen müssen. Daher erwarten wir nun mit Hoffnung auf Besserung die neuen Wetterberichte.

Ab morgen beginnen unsere Ostervorbereitungen und alle freuen sich schon auf die gemeinsame Ostereier-Suche auf See. Wir wünschen allen Daheimgebliebenen ein fröhliches Osterfest und viel Erfolg beim Suchen!
Auch der Auszug unseres Projektes wird bereits bald in Angriff genommen.

Wir planen, am Mittwoch, den 23.04.2014 um 21.30 Uhr im Sporthafen Brunsbüttel einzulaufen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Schiffsleitung in Schülerhand bleiben.

Zoe, Kapitänin; Emilia und Judith, Projektleitung

 

 

Schwere Entscheidung

Datum: Do, 17.04.14
Mittagsposition: 50° 17,5’N 002° 34,5’W
Etmal: 101sm
Wetter: 12°C Lufttemp., 11°C Wassertemp, WNW 2
Autor: Theo

Moin liebe Leserinnen und Leser,
seit gestern bin ich einer der drei Steuerleute, zusammen mit Emmi, Jakob und der Kapitänin Zoe. Heute hatten wir einiges zu tun und mussten so manche schwere Entscheidung treffen. Dadurch wurde der Tag ziemlich stressig und ich kann mich nicht daran erinnern, etwas anderes gemacht zu haben, als in der Navi gestanden zu haben und zu grübeln.
Aber alles der Reihe nach. Unsere Ausgangssituation sah folgendermaßen aus: Wir laufen im Englischen Kanal Richtung Osten mit ziemlich guter Fahrt. Wir wissen aber, dass uns NE 5-6 erwartet, was bedeutet, dass wir fast keine Chance haben durch die Straße von Dover zu kommen, da wir mit der Thor nicht gegen sechs Windstärken von vorn und vollem Strom mit 4kn in die falsche Richtung ankommen. Also hatten wir zwei Überlegungen: entweder vor der Isle of Wight, wie wir es auch schon auf der Hinfahrt gemacht haben, zu ankern und damit in Kauf zu nehmen, dass wir erst am Montag wieder loskommen, oder zu versuchen, mit viel Motorenumdrehungen und Gewalt gegen den Wind in die Straße von Dover hinein zu fahren. Das würde aber bedeuten, dass wir vermutlich das ein oder andere Mal auf der Stelle stehen würden. Diese beiden Möglichkeiten diskutierten wir in der täglichen Besprechung der Schüler-Schiffsleitung zusammen mit Detlef und Ruth. Doch selbst Detlef, mit all seiner Erfahrung, wusste nicht, was die beste Entscheidung sei. Weiterlesen

Student Meeting

What is that? Students sitting together?

Well, probably the first thing that comes to your mind are students sitting together and talking. Congratulations, you’re right. This one here isn’t different, but the conditions are. You might think that we are sitting in our classroom in school, but you don’t know that the classroom is often flooded with water. Hang on, wet feet in the classroom? Do they have problems with the toilets or something like that? No, we don’t have any problems with the toilets, it is just that we are living on a sailing ship. This ship, called “Thor Heyerdahl”, is a school project named Classroom under Sail. 34 students are sailing around the world for half a year with 15 adult crew members.

One part of the project is that we, the students, become more independent. Maybe it has already come to your mind that this kind of traveling, school and living together has other structures than living at home. Whenever we have problems, things to discuss or – like now the “handover of the ship“ – we meet and discuss solutions. Of course, we are not in politics, so we don ?t wear black suits. There isn’t a proposition or an opposition either. However, what we do have are two hosts, who lead the discussion about problems or things we want to organize. The last meeting was about the “handover of the ship”. The main question was, if every position will be applied for. If not, the handover of the ship wouldn’t take place. An easy question? Yes, but we like to do things the complicated way (we don ?t, but it sounds better ;)). So, we did not just raise our hands for one position to see if every position has at least one student. First, we were just talking with our neighbours, how the weather is and the cake at 3pm. Then our hosts had the great idea to ring the bell. Silence- it works, thanks to the host. Weiterlesen

Azores – Setting Foot on European Ground

On the 27th of March, we reached Horta, a port on the Azores Islands. At first we had to clean the ship and pack all our sails because there are often many people who want to visit our ship, when we are berthed in a port. After that, we celebrated our arrival … we were back in Europe and we have had some hard days since we had left the Bermudas.

The next day, I got up early to visit the small island jogging. So we met up at 07:00 o´clock in the morning at the pier. I went up the companionway to the poop deck and left our ship walking over the gangway. Then I set my foot on European ground again: after 125 days!! (although the Azores are far away from continental Europe, they are a European island because they belong to Portugal). I had mixed feelings: On the one hand, I was happy to be back in Europe and see my family and friends in one month again. But on the other hand, I was so sad because we had such a great time in Grenada, Panama, Cuba and on the Bermudas and our journey will end soon.

But now, I want to tell you something about Horta: Horta is a little city in the south of one of the Azores Islands named Fajal. Most of the inhabitants are fishermen, but there are more and more people who work in tourism. Because of the advantageous position in the mid of the atlantic ocean, there are many sailing boats in the harbour because their owners want to spend some free time on land during their crossing of the North Atlantic Ocean. Historically, planes, which crossed the Atlantic, had to do a stopover on the Azores because they hadn’t got enough fuel to fly over the Atlantic in one go. Weiterlesen

Start der 3. Übergabe!

Datum: 16.04.14
Mittagsposition: Hafen Falmouth
Wetter: Wasser- und Lufttemperatur 11°C mit 2-3 Windstärken
Autor: Clara K.

Heute haben wir in Falmouth abgelegt. Nächster Landgang: Kiel. Doch davor stand auch noch die dritte und letzte Schiffsübergabe an. Auslauftag bedeutet, nach dem Frühstück erstmal Großreinschiff und alles seeklar machen. Nachdem Großreinschiff erledigt war und der Schiffsrat alles kontrolliert hatte, gab es eine letzte Dhingifahrt an Land, um dort zu duschen. Da wir im Kanal die Osmoseanlage nur sehr eingeschränkt werden laufen lassen können, werden wir auch nur eingeschränkt duschen können. ,,Noch 1-2 mal duschen, dann sind wir zu Hause“, heißt es.
Nach dem Mittagessen war es dann soweit. Die Positionen der dritten Schiffsübergabe wurden verlesen. Alle trafen sich in der Messe und die meisten waren doch sehr aufgeregt. 28 von uns 34 Schülern hatten sich auf eine Position beworben und hofften nun natürlich, dass ihrer Bewerbung zugestimmt wurde. Ruth gab alle Positionen bekannt: Yannik, der heute auch noch Geburtstag hatte, bekam die Zusage und wurde unser Maschinist. Proviantmeister wurde zum zweiten Mal Consti und zum ersten Mal haben wir eine Bootsfrau, nämlich Lea!
Dann wurde, um uns nicht länger auf die Folter zu spannen, unsere neue Schiffsleitung verkündet:
Zoe ist unsere Kapitänin, unterstützt von den drei Steuerleuten Emmi, Jakob und Theo. Unsere Schülerprojektleitung bilden Emilia A. und Judith. Die neuen Wachführergespanne sind: Silas mit Copi Ben, Alex mit Copi Janina, Kevin mit Copi Lucia und Ich mit Copi Milena. Weiterlesen

Schiffsarbeitenendspurt – Auf die Plätze, fertig, LOS!

Datum: 15.04.2014
Mittagsposition: 50°04,0’N, 005°01,7′ W ; Falmouth
Wetter: Luft: 11°C; Wasser: 10,5°C; Wind: ESE 2-3
Autor: Lea

Mein Tag begann heute Morgen um sieben Uhr als ich unsanft von David geweckt wurde. Mit einem Schlag wurde die Kammertür aufgerissen und er verkündete lautstark: „Guten Morgen Kammer 2, es ist sieben Uhr, in einer halben Stunde gibt es Frühstück. Seid ihr wach?“ Kaum hatte er das letzte Wort ausgesprochen, hatte er die Kammer auch schon wieder verlassen. Aufgrund der Tatsache, eine kurze Nacht inklusive Ankerwache hinter mir zu haben, war es natürlich erst einmal unmöglich für mich, an Aufstehen zu denken. Ich erschrak, als ich ein zweites Mal geweckt wurde. Diesmal von der Frühstücksglocke – Was?! Schon so spät? – Schwerfällig schälte ich mich aus dem Schlafsack und betrat den kalten Kammerboden. Am liebsten wäre ich sofort zurück ins Bett geschlüpft aber für heute standen Schiffsarbeiten auf dem Programm, also keine Zeit sich noch einmal in der warmen Koje umzudrehen. Als ich dann in der Messe zum Frühstückstisch trottete, blickte ich in eine halb leere Messe und in müde Gesichter. Was war denn nur los? Anscheinend war ich nicht die Einzige, der das Aufstehen heute besonders schwer fiel. Das übliche Reinschiff nach dem Frühstück sorgte dafür, dass alle nach und nach in Bewegung kamen. Meine Wache war diese Woche der Station Deck zugeteilt, sodass wir bei frischer Morgenluft und mit viel Spaß Messing polierten und die Sonne auf dem Achterdeck genossen. Um neun Uhr sammelten wir uns dick eingepackt und ausgerüstet mit Blaumann auf dem Hauptdeck, wo uns sogleich Janek und Detlef den Vorarbeitern für die Schiffsarbeiten zuteilten. Weiterlesen

Angriff der Schnecken

Datum: 14.04.2014
Mittagsposition: Falmouth, England
Wetter: kalt
Autorin: Sophia

Ich werde von einer feuchtkalten Berührung auf meinem Gesicht wach. Sonnenstrahlen scheinen durch das Blätterdach und hüllen mein kleines Lager in goldene Töne. Noch völlig verschlafen, brauche ich einige Momente, bis ich begreife, dass ich durch eine Schnecke, die es sich auf meinem Gesicht bequem gemacht hat, aufgewacht bin. Ich grummele sie an und entferne sie eher unsanft von meiner Backe.
Es ist eigenartig, von selbst und v.a. alleine aufzuwachen. Sonst gibt es immer jemanden, der mich weckt oder mit mir aufsteht. Es gibt mir einen kleinen Vorgeschmack auf zu Hause. Dort habe ich ein großes Bett und ein Zimmer für mich allein und ich kann nicht mehr mit meiner Wache zusammen frühstücken. Dieser Gedanke ist schrecklich und ich versuche mein Bestes, ihn wieder zu verwerfen. Da ich meine Uhr an der Betreuerbasis zurückgelassen habe, habe ich überhaupt keine Ahnung, wie viel Zeit unserer 18 Stunden „Solo“ bereits vergangen ist.
Meine Füße fühlen sich immer noch an, als wären sie gefroren und mein Nacken schmerzt, weil meine Matte an einem Hang liegt. Eins steht für mich schon mal fest: Ich verlasse diesen Schlafsack nicht, bevor es hier nicht wärmer wird!
Als mir mein verbliebener Müsliriegel einfällt, krieche ich letztendlich doch aus dem Schlafsack. Ich setze mich in die Sonne, lehne mich zurück und genieße die Stille. Auf der Thor haben wir eine Dauerlärmbelastung, weil entweder die Hauptmaschine, der Generator, die Osmoseanlage oder die Lüftung läuft und es kommt eigentlich nie vor, dass es wirklich still ist. Weiterlesen