„Warschau Typhon“

Datum: 23.04.14
Mittagsposition: 54° 00,5′ N, 007° 59,9′ E
Etmal: 11 sm
Wetter: Lufttemperatur: 10,5 °C, Wassertemperatur: 10,5°C
Autor: Paul

“ Hä? Warum schaukelt es nicht? Wieso hört man keine Maschine? Segeln wir etwa? – Ach nein, stimmt ja, wir sind auf Helgoland.“ Diese Gedanken schwirrten mir durch den Kopf, als ich um 4.30 Uhr zur Hafenwache geweckt wurde. Ein wenig schlaftrunken schlüpfte ich in Hose, T-Shirt, Pulli und Ölzeug und schlich auf das Achterdeck. Draußen war es erstaunlich warm, da kein Wind wehte, komisch, vermutlich das erste Mal, dass im Wetterbuch Windstärke 0 steht.
Die Hafenwache verlief wie immer ruhig. Bei Sonnenaufgang die Flaggen hissen, die nächste Wache wecken und schon ist’s vorbei. Doch eine Sache war da noch bzw. war da plötzlich nicht mehr – und zwar war die Nock von unserem Klüverbaum nach und nach im plötzlich aufgezogenen Nebel verschwunden. Bei solchem Nebel auf See sein, ist nicht einfach. Vor allem nicht bei der Schiffsübergabe. Als wir dann nach All Hands on Deck aus dem Hafen raus waren, begannen wir damit Schallsignale zu geben. Alle zwei Minuten klang der Ruf „Warschau Typhon“ über das Achterdeck und darauf für vier Sekunden das laute Hupen, das ist ganz schön nervig!
Ab zehn Uhr begannen alle mit Schiffsarbeiten. Domi und ich machten weiter mit der Inventarisierung der Bibliothek. Die Zeit verging recht schnell bis zum Mittagessen und wir machten gute Fortschritte. Zum Nachmittag hin, pünktlich zur Elbe Eins Tonne, lichtete sich auch der Nebel und bei meiner Wache um 17.00 Uhr konnte man wieder klar sehen. Ich übernahm das Ruder gerade als wir quer ab Cuxhafen waren, und steuerte uns ein Stück weiter in Richtung Heimat nach sehr komischen Kursen, wie 063° und 032°. Weiterlesen

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Today, six months have passed since we started our journey in Kiel. At that time, no one of us really knew each other and I exaclty remember the feelings I had on the day I got my invitation. I couldn’t believe that this was real and that I was going to be on a journey for over 6 months. I couldn’t really grasp the meaning of this big chance, until the day we left. The last night, I slept in the hotel with my parents and in the morning I said „goodbye“ to my dad not realizing that this was the day.

We waved at our parents the last time not knowing what was going on. I mean, we were on a ship, which was going to be our home for half a year! We will have to deal with 50 other people who we not really knew. That time, no one of us thought that in half a year’s time, these people were going to be our brothers, sisters and friends.

During the time we got closer and learned to sail. Everytime we talked about home we said: „Don’t think about it, there are only two months over now“ …. „Don’t think about it, we have more than half of it left“ …… „Hey don’t talk about this, we have 40 days left“ …. Weiterlesen