Meine Zeit als Proviantmeister

Position: 53° 38,1’N; 005° 51,7‘E
Etmal: 92 sm
Wetter: Lufttemperatur: 10°C, Wassertemperatur: 10°C, NE 3
Autor: Constantin

Alles begann mit der Bewerbung um die Position des Proviantmeisters, die ich während unserer Zeit in Falmouth eingereicht habe. Dieser legte ich ein Bewerbungskriterium, nämlich den Menüplan für die Zeit der dritten Schiffsübergabe vom 16.4. bis zum 23.4. bei. Der Menüplan listet für die ganze Woche alle Speisen von Frühstück bis zum Abendessen auf. Vor allem musste darauf geachtet werden, dass viele Zutaten aus der Tiefkühllast mit eingebaut werden, da diese gleich nach dem Einlaufen in der Werftzeit abgetaut wird.
Am 16.4. war dann der große Tag. Ich war total entspannt und nicht aufgeregt, da ich mir nicht viele Hoffnungen auf die Position machte, weil ich sie ja schon bei der ersten Schiffsübergabe inne hatte und die anderen Bewerber außerdem starke Konkurrenten waren. Umso mehr war ich erstaunt, als Ruth mich als Proviantmeister verlas. Ich glaube, die Überraschung und Freude war mir wirklich anzusehen. Ich vergeudete nach der ersten Schülerstammversammlung keine Zeit, überarbeitete noch einmal meinen Menüplan in manchen Punkten und ergänzte ihn an manchen Stellen noch um weitere Köstlichkeiten.
Dann machte ich mich gleich daran, mein neues „Reich“, die Kühllast, seefest zu laschen und mir noch einen genaueren Überblick über die Vorräte zu verschaffen. Beim Auslaufmanöver half ich natürlich mit; auch, weil ich total gespannt auf die Kommandos unserer Kapitänin Zoe und ihrer Steuerleute war. Als wir aus dem Hafen raus waren, folgte Yanniks Geburtstagskaffee. Aber um den Kuchen musste ich mich so kurzfristig nicht mehr kümmern, da er schon am vorigen Tag gebacken worden war.
Meine erste Amtstat bestand darin, das Frühstück vorzubereiten: Orangensaft, Milch, Müsli und Cornflakes auffüllen und das Obst für den Obstsalat vorbereiten. Mit meiner Wachführerin Clara und der Projektleitung einigte ich mich darauf, halbe Wache, also nur nachts zu gehen. Da ich aber total müde war, durfte ich gleich mal die erste Nachtwache ausfallen lassen und ging stattdessen die Tagwache mit.
Zum Mittagessen gab es am 17.4. Chickennuggets mit Reis und für die Vegetarier Gemüsepfannkuchen. Als Proviantmeister ist es immer meine Hoffnung, dass das Essen schmeckt und ausreichend vorhanden ist, was mir, glaube ich, zumindest bei diesem Mittagessen gelungen ist.
Die Nachtwache vom 17.4. auf den 18.4. war dann meine erste Wache unter Schülerleitung. Das Aufstehen am nächsten Tag um 08:00 Uhr nach nur 6 Stunden Schlaf war nicht so angenehm. Dennoch ist es nötig, um der Backschaft die Zutaten für das Mittagessen zu bringen.
Die weiteren Tage verliefen sehr gut und es beschwerte sich nie jemand über das Essen.
Eine große Herausforderung war Ostern. Aus dem kulinarischen Haus war ein großes und besonderes Essen geplant. Morgens gab es außer dem „normalen Frühstück“ natürlich noch Ostereier und einen Hefezopf. Für das Osteressen wurden Lammkeulen, Semmelknödel, Kartoffeln und Bohnen gemacht, was hervorragend schmeckte. Zum Kaffee hatte ich mir Eis mit heißen Früchten überlegt und zum Abendessen gab es grünen Salat mit Croutons und selbstgebackenes Baguette. Das Essen wurde von allen gelobt, was mich extrem gefreut hat. Jetzt vergnüge ich mich weiterhin mit Kühllast putzen, Essen planen und Zutaten ausgeben, was mir sehr viel Spaß macht. Nebenher gehe ich in den letzten Tagen Wache, was ein guter Ausgleich zur Proviantarbeit ist.
Seit heute sind wir wieder Deutschland, nachdem wir um ca. 15:00 Uhr die Grenze passiert haben. Ich wünsche allen Familien, Freunden und Bekannten eine gute Anreise nach Kiel.
Mit Grüßen verbleibt zum letzten Mal,
Consti

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