Ein ganz normaler Tag auf See plus eine Brise Spaß

Datum: 08.04.2014
Mittagsposition: 44° 28,4’N 014° 44,3’W
Etmal: 117 sm
Wetter: Lufttemperatur: 13,5°C; Wassertemperatur: 12,5°C; Wind: NW4
Autor: Kai

6:30 Es ist kalt! Ich friere in meiner Koje. Ganz klar, wir nähern uns Europa. Zum Glück hab ich noch einen Trumpf in der Hinterhand: meinen Schlafsack! Nachdem ich dann in meinen Schlafsack geschlüpft bin und meine Decke noch darüber gelegt habe, freue ich mich noch auf eine halbe Stunde Schlaf, bevor ich zum Frühstück geweckt werde.
7.20 Frühstück! Heute gibt es als Extra mal wieder einen Frischkornbrei. Außerdem besteht mein Frühstück aus einer Brotscheibe und einem kleinen Müsli.
8.00 Wache fängt an! Es ist zwar kalt, doch die Sonne scheint und ich freue mich auf die Wache, da wir das Bramsegel aufgaien und das Großtoppsegel bergen und danach packen sollen. Zudem dürfen wir das Schonersegel entreffen.
9.30 Schonersegel entreffen- wie macht man das? Nachdem meine Wache erfolgreich Bram und Großtopp geborgen hat, stehen wir vor der nächsten, diesmal etwas schwierigeren Aufgabe: Das Schonersegel entreffen. Nachdem wir die Theorie geklärt haben, schreiten wir zur Tat. Aller Anfang ist diesmal zwar einfach, doch der letzte Arbeitsschritt ist schwieriger als gedacht. Ich soll einen Schäkel am Beschlag des Schonerbaums öffnen, in dem das gereffte Segel fest gemacht ist. Das Problem dabei ist, dass dieser mehr als zwei Meter über dem Boden hängt und ich auch nicht über den kompletten Baum klettern kann. So fängt also mein akrobatisches Kunststückchen an. Von der Ladeluke, irgendwie halb am Baum hochziehend und gleichzeitig mit den Füßen am Mast nach Halt suchend, ziehe ich mich so in die Höhe, dass ich nach harter Arbeit, nicht ganz sicher, auf dem Beschlag meinen Platz finde. Doch das Pech verlässt mich leider nicht und so klemmt auch noch der Schäkel. Weiterlesen

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Logbuch vom 08.04.2014

Wir befinden uns heute am Dienstag, den 08.04.2014 um 09.00 Uhr UTC und BZ auf der Position 45°24,1`N und 012°16,0`W. Bei NNE 2 laufen wir unter Segeln und mit Motorunterstützung Kurs 046° und 5,2kn. Luft und Wasser 13°C, bewölkt bis bedeckt. An Bord sind alle wohlauf. Die Stimmung ist gut.

Bei den kühlen Temperaturen sind die Wachgänger an Deck und auf der Brücke warm eingepackt: Skiunterwäsche,Faserpelz,Kapuzenpullis,Handschuhe,Ölzeug und Gummistiefel oder Bergschuhe sind die Standardausrüstung. Alle vermissen die tropischen Temperaturen.

Mit frischem SW Wind (6/7 Bft) konnten wir nach Auslaufen Horta bis gestern Abend mehr als die Hälfte der Distanz bis Falmouth unter Segeln zurücklegen.Vom 4. auf den 5.4.segelten wir in 24 Stunden (Etmal) eine neue Rekorddistanz von 180 sm (durchschnittlich 7,5kn). Mit dem Einzug eines Hochdruckgebietes über Südengland und der Biskaya haben wir nun zwar einerseits ruhigeres Wetter, aber andererseits hat uns damit leider auch der Segelwind verlassen. Die Restdistanz von 404sm bis Falmouth werden wir dementsprechend voraussichtlich mit dichtgeholten Segeln und Motorunterstützung zurücklegen müssen. Die Ankunft in Falmouth (ETA) ist für den 11.4.geplant (Änderungen je nach Wetterlage möglich).

Detlef Soitzek, Kapitän und Dr. Ruth Merk, Projektleitung