Mein letzter Tagebucheintrag

Datum: 06.04.2014
Mittagsposition: 43° 39, 6’N; 017° 09,5’W
Etmal: 144 sm
Wetter: Wind NNE 3; Luft-/ Wassertemperatur 11°C/ 12°C
Autor: Emmi

So, jetzt sind es nur noch ungefähr zweieinhalb Wochen bis zum Einlaufen in Kiel! Ein ziemlich komisches Gefühl zu wissen, dass in so kurzer Zeit alles komplett anders sein wird, als es das letzte halbe Jahr war. Wenn man jetzt zurückblickt, liegt eine fantastische Reise hinter einem, die einfach, kurz gesagt, unbeschreiblich war.
Der 19. Oktober, der Tag des Auslaufens aus Kiel, ist jetzt schon eine ganz schöne Zeit her, die einem aufgrund der vielen Ereignisse schon viel zu lange vorkommt. An das Gefühl kann ich mich noch ganz genau erinnern. Damals stand ich auf der Back, habe meine Familie das letzte Mal für die darauf folgenden sechs Monate gesehen und war trotzdem voller Vorfreude auf die tolle Zeit. Eigentlich konnte ich es gar nicht wahrhaben und mir vor allem nicht vorstellen, wie es wird, so lange von zu Hause weg zu sein.
Dann ging es los mit dem Nordostseekanal, wo wir leider schon wieder Theresa, meine beste Freundin hier an Bord, bis Teneriffa verabschieden mussten. Nach dem NOK folgte sofort die Nordsee mit vielen Hindernissen und mit den ersten Seekranken ging es ab in Richtung Teneriffa.
Teneriffa war glaube ich für uns alle ein kleines Aufatmen nach einer anstrengenden Etappe. Endlich an unserem ersten eigentlichen Zielhafen angekommen. Ab diesem Zeitpunkt waren wir dann auch wieder vollständig, da Theresa wieder zu uns an Bord kam.
Nach einem verkürzten Landaufenthalt stand uns unsere längste Seeetappe bevor. Die Atlantiküberquerung! Für mich war das die schönste Seeetappe auf unserer Reise; schon eine krasse Vorstellung, so viele Seemeilen zurück zu legen, drei Wochen nichts anderes als Wasser und ab und zu Delfine oder sogar Wale zu sehen und einfach über die Weltmeere zu segeln.
Dann das Ankommen in der neuen Welt! Für viele von uns ein kleiner Kulturschock: ganz andere Menschen, neue Länder und viel zu viele Eindrücke auf einmal. Auf Union Island verbrachten wir dann alle zusammen einen sehr schönen Abend mit viel Musik, tanzen und feiern in Lambis Bar, wo wir uns unser berühmtes „AHA!“ angewöhnt haben. In der Karibik gab es auch noch zwei Feste zu feiern: Weihnachten und Silvester. Weiterlesen