Ein Rückblick

Datum: 05.04.2014, Samstag
Mittagsposition: 42°23,6′ N; 019°54,5′ W
Etmal: 180sm
Wetter: Lufttemp.: 15,5°; Wassertemp.: 14,5°
Autor: Yannik

Heute war ich das erste Mal wirklich “Krank“ unter Segeln. In den letzten Tagen hatte sich das schon ein wenig bemerkbar gemacht. So war ich gestern schon so schlapp, dass ich jede freie Minute ausruhen musste. Weil ich leichtes Fieber hatte (was unser Bordarzt Hans-Jürgen im Laufe des Tages herausfand) und ich mich einfach nur ziemlich matschig gefühlt habe, verweilte ich den ganzen Tag im Bett. Hunger hatte ich heute seltsamerweise auch keinen. Und weil ich nicht viel mehr tun konnte, außer mich von rechts nach links zu wälzen, habe ich viel über die Reise nachdenken können:
Seit über fünf Monaten sind wir nun schon unterwegs, hatten es am Anfang der Reise mit den starken Westwinden sehr schwer. Und doch war unsere Stimmung an Bord immer ausgesprochen gut. Jeder hilft und unterstützt jeden! Endlich auf Teneriffa angekommen, war die Freude riesig und die Aussicht vom Teide wunderschön! Da hat es dann auch niemanden gestört, dass wir es aus zeitlichen Gründen nicht ganz bis auf den Gipfel geschafft haben. Und schon bald haben wir den geschützten Hafen auf Teneriffa wieder verlassen und uns in Richtung “Neue Welt“ treiben lassen. Während der Atlantiküberquerung habe ich mein Bootsmannspraktikum absolvieren dürfen. Der Einblick war sehr abwechslungsreich und spannend! Nach einigen Nächten, in denen wir unterm sternenklaren Himmel schlafen konnten, stand auch schon die erste Schiffsübergabe statt. Welch eine super spannende und aufregende Zeit war es doch, als wir Schüler die Thor nach Palm Island gesegelt hatten!
Der meiner Meinung nach spannendste und anschaulichste Vortrag war der über die Mangroven. Da fuhren wir 34 Schüler mit unserem Lehrer mit Schwimmflossen, Taucherbrille und Schnorchel bewaffnet, im Dinghi von der Thor aus zu einer Insel mit Mangrovenwäldern. Alles was wir dann im Vortrag von Consti über das Ökosystem gelernt haben, konnten wir zugleich sehen und sogar anfassen!
Dann wären da noch die großen Landaufenthalte in Panama und auf Kuba. Beide waren auf ihre eigene Art extrem eindrucksvoll und für mich nicht aus der Reise wegdenkbar. Doch könnte man ohne Probleme ein ganzes Buch über die beiden Länder verfassen. Hier nur ein kleiner Tipp für alle Interessierten: Vergesst das Spanischwörterbuch nicht!

Und jetzt sind wir wieder auf dem Nordatlantik, bald wieder in der Biskaya. Dort wo alles begann, dort, wo wir vor fünf Monaten in Richtung Süden uns Meile um Meile erkämpfen mussten.

Und bald sehen wir uns wieder!
Viele Grüße,
Yannik

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