Logbuch vom 02.04.2014

Wir sind heute am Mittwoch, den 02.04.2014 um 15.30 Uhr LT, UTC und BZ aus Horta ausgelaufen. An Bord sind alle wohlauf und die Stimmung ist gut.

Bei NW 4 laufen wir unter Segeln Kurs 045° und 6,6 kn. Luft und Wasser 15°, bewölkt bis bedeckt.Gleich nach dem Passieren der Hafenmole begrüßte uns ein großer Schwarm von Delphinen. Wir befinden uns noch in Sichtweite der Inseln Faial, Pico und Sao Jorge.

Während der Liegezeit in Horta konnten sich alle erholen, die Insel erkunden und Kontakt mit zu Hause aufnehmen. Die Vorräte wurden mit Frischproviant ergänzt sowie Diesel und Wasser gebunkert. Wie alle Segler und die vorherigen KUS-Gruppen haben sich auch die Kusis 13/14 an der Pier mit einem Ölgemälde verewigt und im Peter Cafe Sport ein „KUS-Segel“ unter die Decke geschraubt.

Andreas Holz hat in Horta wieder die Projektleitung an Ruth Merk übergeben und der 2. Steuermann Malte Biermann ist planmäßig von Bord gegangen.

Bis Falmouth sind es 1218sm.

Detlef Soitzek, Kapitän und Dr. Ruth Merk, Projektleitung

Auf geht’s!

Datum: Mittwoch, den 02.04.2014
Mittagsposition: 38°31,9’N, 028°37,5’W (Horta)
Etmal: —
Wetter: Lufttemperatur: 17°C, Wassertemperatur: 16,5°C, Wind: W3,
Autor: Charlotte

„Lotti? Charlotte!!“ , „ja, was ist denn?“ „Guten morgen, es ist jetzt halb acht und du hast in einer halben Stunde Hafenwache. Es ist richtig kalt und stürmisch außen. Zieh dich ganz warm an, mindestens vier Pullis.“ Ich drücke mein Gesicht in mein warmes Kissen und versuche mir einzureden, dass ich gerade garantiert noch träume. Als ich mich selbst schon fast überzeugt habe, wage ich den Versuch, mit einem Auge über meinen Kojenrand zu gucken: und da bricht die Enttäuschung über mich herein: da steht doch tatsächlich ein dick eingepacktes Ölzeug-Männlein! „Charlotte? Ich komm in zehn Minuten nochmal, sonst stehst du ja doch nicht auf.“ Anscheinend sehe ich genauso fertig aus wie ich mich fühle. Doch irgendwie schaffe ich es, mein zweites Auge auch noch zu öffnen, ein „Danke“ zu grummeln und meinen Arm nach dem Kojenlicht auszustrecken. In fünf Minuten wirds auch nicht besser, also kann ich auch gleich aufstehen. Mit dem Gedanken, heute nochmal mit meiner Familie reden zu können, schaffe ich es tatsächlich, mich dick einzumummeln und an Deck zu schwanken. Der eiskalte Wind schlägt mir ins Gesicht und ich muss meine Augen erst einmal zukneifen. „Mensch Lotti, du bist ja schon da!“ Mit diesen Worten wird mir die Morgenwache übergeben. So schlimm wird es dann doch nicht, denn die Backschaft bereitet einen Brunch mit Germknödeln vor! Froh, dem ekligen Wetter zu entkommen, erkläre ich mich bereit, die Messe schon einmal einzudecken. Bald kann ich dann auch schon mit Emilias Hilfe den Rest des Schiffes wecken gehen.
Nach einem sehr leckeren Frühstücksbrunch machen wir erst einmal Reinschiff auf allen Stationen. Weiterlesen