Mord in der Bilge

Datum: 22.03.2014
Mittagsposition: ?=35° 27,8′ N, ?=041° 06,9′ W
Etmal: 132 nM
Wetter: Lufttemperatur: 20°, Wassertemperatur: 19°, Wind: WSW 3
Autor: Benni

Hallo liebe Leute,
der 22.03.2014, ein schöner, leider nicht durchgehend sonniger Samstag, ein Tag mit gutem Raum-Wind (wenn der Wind von schräg hinten kommt), beginnt – wie viele andere Tage auch – erst einmal damit, dass die eine Gruppe (Gruppe B) Schule hat und die andere Wache geht und Praktika hat. So trudeln viele langsam und schläfrig, nacheinander zum Frühstück ein. Seit ein paar Tagen gibt es immer ein ganzes Glas O-Saft und das will sich natürlich keiner entgehen lassen. Gestärkt beginnt für mich erst einmal der Unterricht mit einer Doppelstunde Mathe, danach Chemie und Englisch. Drei Stunden lang Logarythmen, Ether und Hills like White Elephants (was man in so eine Geschichte alles reininterpretieren kann, versteh ich absolut nicht?).
Manche sind nicht ganz so begeistert, da vor allem eine Doppelstunde Mathe bei einer solch stickigen Atmosphäre, wie hier in der Messe, nicht ganz das ist, was man sich für einen Samstagmorgen wünscht. So schlimm war die Luft jetzt aber auch nicht oder sagen wir es so: Wir haben schon Schlimmeres hinter uns.
Nach einem sehr leckeren Mittagessen – mit Cornflakes paniertem Hähnchen und Reis – geht es – wie jeden Samstag, wenn das Wetter mitspielt – mit Groß-Rein-Schiff weiter, damit das Schiff nochmal so richtig durchgeputzt wird. Langsam wird es weniger Dreck, den man aus dem feucht triefenden Lappen wringt, denn auf dem Meer kann ja eher schwierig neuer Dreck an Bord gelangen (Obwohl man sich doch manchmal wundert, was man in manchen Ecken und Ritzen noch alles so finden kann…).
Mittagessen ist um 12 Uhr und das Ende von Groß-Rein-Schiff ist um 16 Uhr. So, jetzt seid ihr Eltern bestimmt alle sehr stolz auf uns, weil wir ganze dreieinhalb Stunden putzten, doch leider muss ich euch enttäuschen. Weiterlesen

„K…sport an Backbord“

Datum: 21.03.14
Mittagsposition: 34° 57,1`N 043° 42,0`W
Etmal: 131 sm
Wetter: Lufttemperatur: 20,5°C, Wassertemperatur: 19,5°C, Wind: WSW4-5
Autor: Simon

Als ich heute früh um 05.45 Uhr „geweckt“ wurde, um den Generator und die Osmoseanlage anzuschalten und die Fäkalientanks auszupumpen, dachte ich mir schon, dass der Tag einige Strapazen bereitstellen würde. Alleine schon, dass man nur geweckt werden kann, wenn man auch wirklich schläft! Das ist bei einem Wellengang, bei dem man mehrmals aus dem Bett fällt, gar nicht mal so einfach! Das heißt, ich war schon wach, als mein persönlicher Weckdienst ins Zimmer spaziert kam! Das Abpumpen und der Rest hat ganz gut funktioniert und ich lag auch schon um 06.20 Uhr wieder im Bett, doch als ich um 07.00 Uhr wieder geweckt wurde, um meinen letzten Tag als Maschinen-Praktikant anzufangen, wurde ich gleich mal von einem unangenehmen Geruch empfangen! Keiner wusste, warum es so roch, aber, dass das schon um 06.40 Uhr angefangen hatte, wusste jeder. Der Geruch verbreitete sich überall unter Deck und toppte somit noch den ebenfalls sehr unangenehmen Geruch der Sanitärglocken, vor allem bei Verschlusszustand. Meine ersten Gedanken waren sofort: „Verdammt, das riecht nach Fäkalientank und ich war derjenige, der den heute früh ausgepumpt hat! Hab´ ich was offen gelassen?“ Ich bin dann sofort in die Last gelaufen, um zu schauen, was passiert war, doch außer, dass der Geruch aus der Last kam (es wurde echt fast unerträglich), konnte ich erstmal nichts entdecken. Als unser Maschinist zum Frühstück runterkam, war sein erster Satz gleich mal: „Das riecht hier aber verdächtig nach Fäkalientank. Was habt ihr jetzt schon wieder gemacht?“
Sofort wurden wir aufgeklärt, dass der Geruch erst entstand, als die Sicherheitsrundenbeauftragte den Kärcher, der vom Fäkalientank heruntergefallen war, wieder auf ihn hinauf gelegt hatte. Unser Maschinist hatte sofort die Vermutung, dass das Probeventil durch den Sturz des Kärchers geöffnet worden war oder dass eine Leitung zum Fäkalientank abgerissen ist. Als er dann mit mir nochmal in die Last gegangen ist, entdeckten wir, dass das eben genannte Probeventil geöffnet war und sich ein schöner, starker Fäkalienstrahl zielstrebig in die Bilge unter der Osmoseanlage ergoss! Ich habe sofort das Ventil, das normalerweise zur Entnahme kleiner Proben aus dem Fäkalientank dient, zugedreht! Nichtsdestotrotz hatten wir nun eine Fäkalienprobe von ca. 100 l in unseren Lastbilgen. Wache 3, die in dieser Woche Sanitär putzen darf, hat sich sehr gefreut, als sie von ihrer Wache zum Frühstück runterkamen und gleich mal erfahren mussten, dass ihre heutige „Spezialaufgabe“ in der Last Bilgen auspumpen und säubern war! Natürlich haben die anderen Wachen und auch der Bootsmann mit seinem Praktikanten geholfen, die ganze Last zu putzen, trotzdem wird uns der Geruch wahrscheinlich noch einige Tage begleiten.
Im Verlauf des weiteren Tages putzte und desinfizierte ich ein paar mal die Last und habe die Hauptmaschine startklar gemacht und eine Zinkdiode zugesägt und zugeschliffen. Die Müdigkeit machte sich eigentlich nur in meiner Mittagspause bemerkbar, als ich Physik für den anstehenden Test lernen wollte! Ansonsten war ich einfach etwas unkonzentriert und langsam, sehr zu „Freuden“ unseres Maschinisten. Zu der Zeit, als ich auf dem Achterdeck den Ruderkasten abschmieren sollte, gab es auch einige sehr hohe Wellen, die in Verbindung mit dem vorhergehenden Wellental eine sehr schöne, aber auch gewöhnungsbedürftige Aussicht auf das Wasser vor dem Schiff ermöglichte. Es ist nämlich schon komisch, das Wasser vor dem Schiff auf Höhe der Breitfock- oder sogar der Marsrah zu sehen! Man selber hing also gefühlte 25 m in der Luft und sah nur noch eine riesige Welle vor dem Schiff, während es sich anfühlte als würde man auf einem 50m Surfbrett Wellenreiten. Die Schwierigkeit, nicht das Gleichgewicht zu verlieren, war auch ungefähr die selbe!
Insgesamt war damit der ganze Tag ziemlich stressig, aber es war auch wieder ein Tag, an dem man eine Menge neue Erfahrungen machen konnte!

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Logbuch vom 20.03.2014

Wir befinden uns heute am Donnerstag, den 20.03.2014 um 19.00 Uhr BZ/ 22.00 Uhr UTC auf der Position 34°32,7`N und 045°25,0`W. Bei Wind SW 6/7 laufen wir mit Sturmbesegelung Kurs 074° und 5,3 kn. Luft 20°C und Wasser 19,5°C, bewölkt bis bedeckt.An Bord sind alle wohlauf, die Stimmung ist gut.

Heute, am Donnerstag, der auch ein Seemannssonntag ist, hat uns trotz  Schiffsbewegungen die Backschaft mit einem leckeren Frühstück verwöhnt: selbstgebackener Hefezopf, Brot und aufgebackene Baguettebrötchen, dazu Rührei mit deutschem Aufschnitt und Schinken, Müsli mit Joghurt und Früchten, O-Saft und natürlich Kaffee oder Tee. An Festtagen wie heute tauchen immer wieder aus den Unterkojen selbstgemachte Marmeladen von Müttern und Großmüttern aus Deutschland auf und natürlich hat auch heute das allseits beliebte Nutella nicht gefehlt.
Die Wachen, die Backschaften und der Unterricht laufen planmäßig. Neben den von den Schülern selbstgewählten Addita findet zusätzliches selbstorganisiertes Lernen statt, um den Wiedereinstieg in den Schulalltag zu Hause zu erleichtern. Nachdem die Schüler heute ihren Chemietest zurückerhalten haben wird noch vor Einlaufen in Horta am Montag der Physiktest durchgeführt.

Bis Horta sind es noch 840 sm. (ETA 28.03., Änderungen je nach Wetterlage möglich)

Detlef Soitzek, Kapitän und Andreas Holz, Projektleiter

Rituals and Running Gags of KUS 13/14

It is difficult to explain the way we KUSis feel on our journey because most of the things we will remember are not the planned activities, but situations and behaviours in the group we simply got used to. We all spent the last months as a huge family. No one of us can believe now that we hardly knew each other at the beginning of this adventure in Kiel. This means that the things we will surely keep most in mind are the funny situations we experienced in this huge family.

There are some rituals that are part of KUS as a project, such as the „silent minute“ before having a meal or „run and dip“, what means going jogging early in the morning (when we are on land) to jump in the cool water afterwards. These rituals now mean a lot to us, they got part of our daily life on board, but most important for us are of course the individual running gags we invented together.

For example, if you hear a KUS- student shout: „AHA!“, just try to shut your ears as fast as you can because 49 people will soon answer with: „AHA!!!“ The meaning of this might not be clear to others and it is not easy to explain at all because then it is actually no longer funny, but this shouting refers to Lambi, a Caribbean guy who owns a restaurant with the most delicious food we had on this journey! Weiterlesen

Ein ganz normaler Schultag – auf dem Nordatlantik!

Datum: 19.03.14
Mittagsposition: 33° 49,6’N; 048° 45,2’W
Etmal: 119 sm
Wetter: Lufttemp: 21°C, Wassertemp.: 20,5°C, Wind: SW 2
Autor: Judith

07.25 Uhr. Gerade bin ich geweckt worden. Immer noch eine Stunde Zeit bis zum Unterricht. Hmm…bleib´ ich noch ein bisschen liegen…
07.45 Uhr. Vielleicht sollte ich langsam aufstehen. Aaalso…ein letztes Mal in die Decke einkuscheln, dann hinsetzen. In der Kammer ist es dunkel. Weil Theresa Backschaft hat und schon in der Kombüse steht, kann ich ruhig das Licht anmachen. Ich grinse. Ich liebe die Zweierkammer! So gemütlich und ordentlich. Und so viel Platz. An der Wand ein Riesen – Kubabild, Fotos, unser neues Namensschild an der Tür. Wir haben´s uns hier schön gemacht. Schnell einen Pulli überziehen und zum Frühstück in die Messe. Ich brauch `nen Kaffee, sonst krieg´ ich heute gar nichts mit.
08.30 Uhr. Der Unterricht beginnt mit einer Doppelstunde Physik – der letzten vor dem Test… das kann ja was werden…Ich merke, dass ich noch etwas verschlafen bin, aber die Aufgabe sorgt mal wieder für Spaß – Lennart hat David neulich mit dem Wasserschlauch bei einem Experiment nass gespritzt und jetzt sollen wir ausrechnen, wie weit weg er hätte stehen müssen, um noch ausweichen zu können…er hatte natürlich keine Chance!
Danach Deutsch – an Deck! Wir kommen hoch und sind alle überrascht, nachdem wir bis jetzt den ganzen Tag in der Messe waren – Sonne! Wir setzen uns aufs Hauptdeck und sonnen uns, während wir über Graffiti ( Kunst oder Vandalismus?) diskutieren. Solche Stunden werde ich daheim vermissen…
12.15 Uhr. Mittagessen, auch an Deck. Es gibt Nudelauflauf und ich platze fast, als ich auch noch Freddys Nachschlag aufessen soll.
13.00 Uhr. Schiffsversammlung auf dem Achterdeck. Jakob stellt uns das Wetter der nächsten Tage vor – so ruhig wie jetzt, bleibt es wohl nicht; so, wie es jetzt gerade ist, hätten wir den Nordatlantik ja auch wirklich nicht erwartet. Sonne und kein Wellchen.
Danach kommen noch ein paar Ansagen – wir essen einfach zu viel, das Brot ist schon wieder alle und mit einigen „Luxusartikeln“, wie Frischkäse, müssen wir wohl sparsamer umgehen…also gibt’s heute eine freiwillige Stamm – Brotbackschaft.
13.15 Uhr. Der Unterricht geht weiter. Unsere erste (Doppel -) Stunde Wahlpflichtfach: Die Geschichte des Terrorismus mit Schwerpunkt RAF. Richtig interessant! Wir kommen ins Debattieren und die Zeit geht richtig schnell vorbei! Trotzdem werden wir langsam müde…
15.30 Uhr. Endlich Kaffee! Kekse und Honigmelone. Lecker!
16.00 Uhr. Und jetzt noch Additum – wie soll ich mich jetzt denn noch auf Französisch konzentrieren?? Aber ich muss heute noch eine Lektion schaffen, damit mich Theresa heute abend abfragen kann. Carina hilft mir mit dem futur compose und wir würfeln und rechnen auf Französisch. So macht´s Spaß! Danach noch ein paar Übungen – und mal wieder ein Fragebogen. Die kennen wir doch schon auswendig…
17.25 Uhr. Gleich ist Signal K!!! Segel packen, Groß reffen, sturmklar machen. Tausche Französischbuch gegen Klettergurt und hoch! Es ist nicht mehr so warm wie heute Mittag, aber die Segelaction tut gut nach dem ganzen Sitzen heute. Wir bergen den Außenklüver und packen ihn, die Bram, das Großstengestag und das Großtop, lassen den Baum vom Groß runter, damit wir es besser reffen können, holen den Schoner dichter, machen die Schlagklappen der Oberlichter zu und laufen durchs ganze Schiff auf der Suche nach etwas, das nicht ordnungsgemäß gelascht und seefest ist.
18.40 Uhr. Sitze beim Abendessen. Nach der Stillen Minute steht plötzlich Kevin vorne. Was will der jetzt? „ Auf ihrer letzten Tour haben wir sie schon gesehen – und jetzt SIND SIE WIEDER DA! DIE BACKSCHAFTSBOYS!!“ Nach zwei Minuten am Lautsprecher – „Rumhantieren“, geht Musik an und unsere Lehrer Matze, Andi, Domi und Lennart kommen um die Ecke, in schwarzen Cowboy-Hemden und Neon-Hüten und legen – wie schon bei ihrer Lehrer- Backschaft auf der Atlantiküberquerung – eine gemeinsame Nummer hin. Was singen die da? Mett?? Ach ja, es gibt wieder Mettwurst…Einfach nur genial…Als sie fertig sind, werden sie bejubelt und dann gibt es frisch gebackenes Brot und Salat! Mjamjam…
20.00 Uhr. Noch am Tagebuchschreiben. Was wollte ich jetzt noch erzählen? Ach ja, seit ein paar Tagen treffe ich mich jeden Abend mit Theresa und Emmi in der Trockenlast – zum Singen!! ( da hört uns keiner) Fällt aber heute leider aus, Emmi hat keine Stimme mehr – ich habs ihr gestern prophezeit!
20.05 Uhr. Beschließe, dass mein Tagebuch fertig ist. War ein langer Tag! Ich trink´ jetzt noch ´nen Tee und les´ noch ein bisschen und dann ab in die kuschelige Koje, heute Nacht um halb zwei muss ich wieder raus.

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The Bermudas

We reached Bermuda on the 5th of March. As always, we first had to clean the ship. After some hard work, we finally could have a Coke – we had something to celebrate! We, the students, had managed to bring the Thor save to the Bermudian Islands- all on our own!
Our first day here in St Georges started with a great brunch. I helped to prepare it- and we had nearly everything what we could find in the corners of our ship. Pancakes, scrumbled eggs, toast, wraps filled with lots of vegetables, cheese,  tuna, …, many fruit and that was not all!
After my small presentation about Bermuda – in English of course – we finally went out to spend some time and our first money in St Georges, a cute little town with a small shopping street, a main place and a supermarket. We soon found out that we would have to take care of our money here because it dissapears right away in Bermuda. No, that´s not because of any thieves or pickpockets, but it´s just a result of the enormous prices in the shops. For example, a small box of chocolate could easily make 5$ disappear, while a whole fast food meal was most of the time as expensive as the famous Bermuda- hoodies… or  even much more expensive. Weiterlesen

Taking Over the Ship

“Taking over the ship“ is an important educational part of the project “Classroom under Sail“.
This handover gives an unique opportunity to the students. We had to take over all the jobs of the usual crew for a few days. That means jobs like the captain, first mate, project management, boat man, watch leader and cook. During that time the students should learn to keep responsibility and get a better organisation. There have been two handovers so far.

The first one was on the Atlantic Ocean. We had to bring the Thor to the Caribbean Islands of St Vincent and the Grenadines. All the students had to apply for the jobs. I applied to be captain. After a few days the crew read out the new positions. Ben and Svenja became the project management, Simon the first mate and I became the captain of the Thor Heyerdahl. We had to organize a lot. For example creating new watch plans or preparing the customs and immigration. Simon’s and my main task  was to do the navigation. That means we each had 6 hour watches in which we always controlled the course and the wind and checked the weather forecast for the next days. We had to do a jibe once, which was the first time I had the command over the jibe of such a huge ship. We were a very good team, so the jibe was very fast and successful. Weiterlesen

Nordatlantik-Wetter?!

Datum: 18.03.2014
Mittagsposition: 33°20,7’N, 051°03,6’W
Etmal: 110 sm
Wetter: Lufttemperatur: 19,5°C, Wassertemperatur: 19,5°C, Wind: 3 SW
Autor: Lea

Der atemberaubende Sonnenaufgang heute morgen in meiner Wache ließ mich gut gelaunt in den Tag starten. Von dunklem Orange bis hin zu hellem Rosa waren alle denkbaren Farben vertreten. Die Einflüsse des Hochs, das uns seit einigen Tagen begleitet hatte, sorgten für ein angenehmes Klima, sodass wir das Ende der Wache ohne dicke Ölzeug-Jacke genießen konnten.
Als wir die Wache schließlich um acht Uhr an die nachfolgende Wache übergeben hatten, freuten wir uns nur noch aufs Frühstück in der Messe. Inzwischen sind die langen, gemütlichen Frühstücke gemeinsam mit der Wache und einer üblichen Wachnachbesprechung für uns zum Alltag geworden. Ich glaube, das ist eines der Dinge, die ich zu Hause an grauen Montagmorgenden am meisten vermissen werde.
Anschließend kuschelte ich mich nochmal in meine Koje, um ein bisschen Musik zu hören. Als ich dann von Alex zum Mittagessen geweckt wurde, merkte ich erst, dass ich den ganzen Vormittag verschlafen hatte. Nach dem Mittagessen bin ich dann nochmal eingeschlafen, bis irgendwann Hennes grinsend vor meinem Bett stand und mich zu Reinschiff aus meiner gemütlich warmen Koje, ab in die Last jagte. Nach dem Kaffee hatte ich mich mit Birgit verabredet. Zusammen wollten wir uns die Videos, welche wir im KUS-TV-Team geschnitten hatten und die sie leider noch nicht sehen konnte, anschauen. Bei dieser Gelegenheit bot es sich an, Fotos aus Wache-I-Zeiten auszutauschen. Auf der ersten Etappe war Birgit nämlich meine Wachführerin gewesen und wir hatten damals an einem Nachmittag total lustige Fotos mit den anderen Wachmitgliedern gemacht. Wir richteten es uns am Computertisch in der Messe mit leckerem Früchte-Tee bequem ein und stöberten in Video-Clips und Foto-Ordnern. Weiterlesen

Logbuch vom 17.03.2014

Wir befinden uns heute am Montag, den 17. März 2014 um 18.00 Uhr BZ (21.00 Uhr UTC) auf der Position 32°58,4`N und 052°44,6`W. Mit Wind aus SE 4 laufen wir bei Sonnenschein mit vereinzelten Wolken unter Maschine Kurs 095° mit 4,5 kn. Die Lufttemperatur beträgt 18,5°C, die Wassertemperatur 19,5°C.
An Bord sind alle wohlauf, die Stimmung ist gut und die letzten Anzeichen von Seekrankheit sind verflogen. Überdies haben sich alle wieder gut in den allgemeinen Bordalltag mit Wache gehen, Praktika, Backschaft und Unterricht eingefunden.

Aufgrund eines Hochdruckgebietes über dem Nordatlantik, welches uns Winde aus östlicher Richtung beschert, fahren wir seit Samstag mit Maschinenunterstützung. In den kommenden Tagen soll der Wind weiter Richtung SSW drehen, so dass wir hoffen, bald wieder auf Segelbetrieb umstellen zu können. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag erwartet uns wieder eine Kaltfront.
Am letzten Samstag traf sich die gesamte Besatzung nach Großreinschiff zum gemeinsamen traditionellen Besanschot an bei herrlichem Sonnenschein auf dem Achterdeck. Zum Tagesabschluss fand ein Kinoabend in der Messe statt. Am folgenden Sonntag konnten neben Delfinen kurzzeitig wieder zwei riesige Wale beobachtet werden. Leider konnten die beiden Exemplare nicht weiter bestimmt werden, da sie unsere Route nur kurz kreuzten. Nachdem heute die erste Unterrichtsgruppe ihren Chemietest geschrieben hat, ist die zweite Unterrichtsgruppe aus dem naturwissenschaftlichen Zweig noch fleißig für ihren Chemietest morgen früh am lernen.

Bis zu den Azoren sind es noch 1223 sm.

Andreas Holz, Projektleiter und Detlef Soitzek, Kapitän