Im Zeichen des Wals

Datum: 31.03.2014
Wetter: Miestwetter
Mittagsposition: Azoren/ Faial/ Horta
Autor: Thommy

Der ganze Tag heute stand im Zeichen des Wals. Erst hielt Paul sein Referat, das unglaublich interessant war. Danach hatten wir Besuch. Pedro vom Whale Watching wollte uns auch noch etwas über seine Lieblingstiere erzählen, die sehr große Chancen haben, auch die Lieblingstiere von sehr vielen Kusis zu werden. Vor allem, als er uns selbst geschnittene Videos von abtauchenden Walen, wild umherschwimmenden Delphinen und Audios von Walgesängen zeigte.
Nach dem Mittagessen ging es dann weiter zum Walmanufakturmuseum, wo uns Lea etwas über die Geschichte des Walfangs erzählte. Diese Tiere sind schon sehr faszinierend, v.a. beeindrucken mich ihre Kommunikationstechnik und ihre Fähigkeit, bis zu eineinhalb Stunden die Luft anzuhalten. Von Lea erfuhren wir dann auch, wie stark die Wale heute, trotz Fangverbot, immer noch gefährdet sind und fanden es echt erschreckend. Wenigstens hatte Lennart eine gute Nachricht für uns: den Japanern wurde das Walfangen zu Forschungszwecken jetzt verboten.
Damit verstreuten wir uns in unseren freien Nachmittag. Meine Gruppe ging noch einmal an den Strand. Auf dem Rückweg wurde der Wind so stark, dass wir uns sogar in die Luft legen konnten. Der Wind ist für mich eine der Sachen, die mich während der Reise am meisten faszinziert haben. Zwar kam er zu Beginn sehr lange aus der falschen Richtung, weshalb ich ihn am Anfang echt gehasst habe, aber meine Meinung zum Wind hat sich im Reiseverlauf sehr geändert. Der Wind ist unsere natürliche Klimaanlage während der Atlantiküberquerung gewesen, ohne ihn hätten wir es unter Deck nicht ausgehalten. Als wir nach Panama wieder aus dem Urwald kamen, freute ich mich riesig über die frische Brise und nach dem Aufenthalt bei den Nasoindiandern fuhren wir mit einem megaschnellen Wassertaxi zurück zur Thor. Der Fahrtwind erinnert mich an unsere erste richtige Rückkehr zur Thor. Während meiner Zeit als Steuermann habe ich mich nach dem Wind gerichtet und ihn vorhergesagt und er begleitet uns die ganze Zeit. Als Segler sind wir davon abhängig, dass er aus der richtigen Richtung weht. Aber richtig genießen tue ich den Wind, wenn ich im Rigg bin. Wenn er mir die Haare nach hinten weht und wenn man die Augen zukneifen muss, damit man nicht anfängt zu weinen, dann bin ich hier erst richtig richtig.
Zum Abendessen hatten Kolja und Sonja ein Süßsauergericht gezaubert. Unser kreativer Tag ging wegen des schlechten Wetters leider baden, dafür hatten die Beiden uns eine Schnitzeljagd organisiert, die komplett an Bord und an der Pier absolviert werden konnte.
Wir wurden in neue Wachen eingeteilt und mussten nautische Aufgaben lösen. In der zweiten Runde durften wir dann draußen unsere Wurfleinenkünste unter Beweis stellen und beim Tauziehen unseren Teamgeist zeigen. Die letzte Aufgabe bestand dann aus Schätzfragen und Faktenwissen über die Thor.
Was man an diesem Tag nicht vergessen darf, ist, dass Ruth wieder zu uns gestoßen ist! Das war auch gleich ein Zeichen, dass unsere Reise sich langsam aber sicher (aber eigentlich doch viel zu schnell) dem Ende zuneigt.
Wie der Thor-Chor sehe auch ich es: „Time Goes By And Our Journey Will Be Over Too Soon.“ Mein neues Lielingslied 😉

Viele liebe Grüße und bis bald!

Thommy

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