Der Countdown läuft

Datum: 30.03.14, Sonntag
Mittagsposition: Hafen in Horta
Etmal: –
Wetter: Lufttemperatur: 13,5°C, Wassertemperatur: 14,5°C, Wind: NW 1-2
Autor: Frederic

27 Tage noch! Als wir am Anfang unserer Reise von den Azoren oder dem Nordatlantik gesprochen haben, war das immer ein ferner Zukunftsgedanke. Genauso, wie beispielsweise der Tag, an dem man von Zuhause auszieht. Er scheint immer so weit entfernt, aber doch ist er irgendwann da. Genau das dachte ich mir heute Morgen, als ich aufgewacht bin. Ok, erst einmal sortieren… wo sind wir ? Ach ja, Azoren! Wie viel Uhr? Ok, 7 Uhr. Und was machen wir heute? Die Wanderung zur Caldeira!
Nach einem kurzen Frühstück machten wir uns fertig und marschierten zum Bus, der uns zur Caldeira bringen sollte. Als ich den Bus sah, der schon auf uns wartete, dachte ich mir, dass wir heute mal ausnahmsweise pünktlich sind. Tja, falsch gedacht: Nach einer kurzen Diskussion mit dem Busfahrer, der übrigens nur Portugiesisch sprach und sonst absolut nichts außer Zeichen mit Händen und Füßen verstand, stellte sich heraus, dass heute die Uhr auf Sommerzeit umgestellt worden war. Unsere innere Uhr war natürlich nie überhaupt erst in die Winterzeit umgestellt worden. Naja – jedenfalls wartete der Bus dann doch schon eine geschlagene Stunde auf uns. Aber schließlich fuhr er uns dann endlich hoch auf den von Nebel bedeckten Gipfel. Dort oben hatten wir die einmalige Gelegenheit, den Krater eines Vulkans, die sogenannte Caldeira, zu begutachten. An sich klingt das ja schön und gut, aber da oben war es wirklich verdammt kalt, der Wind hat einem nur so um die Ohren gepfiffen und man konnte noch nicht einmal die andere Seite des Kraters sehen, so viele Wolken waberten umher. Nachdem wir einen kurzen Blick erhascht hatten, verließen wir alle wieder so schnell wie möglich die Aussichtsplattform.
So, als nächstes stand noch das Museum des Kraters zu besichtigen auf dem Programm. Das konnten wir unserem Busfahrer jedoch leider nicht erklären und mussten dann nach verzweifelt gescheiterten Versuchen den Manager des Busunternehmens anrufen, der zum Glück Englisch beherrschte. Der erklärte uns dann, dass wir eigentlich zuerst in das Museum gehen und dann erst den Krater besichtigen hätten sollen. Als Domi dann beschloss, dass wir jetzt erst einmal zum Museum fahren und dann weiterschauen, freuten wir uns alle riesig, denn da oben war es wirklich nicht gemütlich mit diesem nass-kalten Wetter.
Die einstündige Fahrt verbrachten die Meisten dann mit schlafen oder lesen. Für eine Zeit lang unterhielt uns auch Simon durch die Sprechanlage und haute einige seiner sehr guten, aber auch einige seiner weniger guten Witze raus. Auf jeden Fall hat er damit für eine bessere Stimmung gesorgt, was er eigentlich immer tut. Als wir dann ankamen und uns alle langsam aus dem Bus in das Nieselwetter begaben, erwähnte der Busfahrer dann nebenbei, dass das Museum schon seit einiger Zeit wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen sei! Nun gut, da wir ja immer aus allem das Beste machen, verteilten wir uns einfach auf dem Gelände, das zum Teil aus schwarzem und braunem Vulkansand und zum anderen aus riesigen Felsen besteht, die immer und immer wieder von riesigen Wellen gerammt wurden. Einige von uns verbrachten die vereinbarte halbe Stunde mit Fotoshootings vor dem beeindruckenden Panorama, andere wanderten bis an die Klippen und bewunderten gedankenverloren die Wellen.
Nachdem wir alle nun nicht mehr wirklich motiviert waren, jetzt noch vier Stunden durch den Regen zu wandern, beschlossen wir dann, zurück nach Horta zu fahren und einen entspannten Nachmittag auf der Thor oder in der Stadt zu verbringen. Ich selber habe den Nachmittag ziemlich genossen. Wir hatten einfach mal nichts zu tun und das nicht nur für ein oder zwei Stunden, sondern einen kompletten Nachmittag. Diesen habe ich dann mit Jakob, Janina, Benni, Lena und Lucia beim Monopoly spielen und daraus erstandenen Diskussionen über die Förderung des Kapitalismus verbracht. Diesen schönen, entspannten Nachmittag haben wir dann noch mit einem Film ausklingen lassen. So viel von mir…

Viele Grüße an meine Familie und besonders an Valli!

Euer Freddy

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