Alltag, aber doch so anders!

Datum: 26.03.2014
Mittagsposition: 38°13,4’N ; 030°47,6’W
Etmal: 130 sm
Wetter: Wassertemperatur: 16,5°C Windtemperatur: 16,5°C Windrichtung: WSW 3
Autor: Svenja

Die Frage ist, was ist normal?
Wie war das noch vor 5 Monaten mal?
Da war alles anders als Zuhaus‘
mitten in der Nacht in die Kälte raus…

Schlaflose Nächte wegen Seegang,
der ein oder andere vor Seekrankheit bang.
Dann die Ankunft in Teneriffa, „Na endlich!“
Nach der langen Zeit in England ein Erfolg für mich!

Und natürlich nicht nur für mich,
auch alle anderen freuten sich!
Grenada, Panama und Kuba sind vorbei.
Das waren 5 Monate? Oh mei…

Erlebt haben wir unglaublich viel,
heute noch genau ein Monat bis nach Kiel?
Die Zeit verging unglaublich schnell,
In den Kojen ist es nicht mehr hell.

Denn die Wellen sind so groß,
dass sie stürmen über unser Schiff los.
Geworden sind wir eine Familie in der langen Zeit,
und alle genießen den letzten Monat mit Freudigkeit!

Das ist klipp und klar – und steht schon mal fest:
Alle werden traurig sein, wenn sie uns verlässt.
Ja ich rede von der lieben Thor Heyerdahl,
doch auch ohne die Mannschaft wird es vorerst kahl.

Epilog:
Im herkömmlichen Sinne ist hier nämlich gar nichts normal. Wir haben uns nur so sehr daran gewöhnt, dass es mittlerweile Alltag ist. Heute hatten wir Unterricht und der Seegang war ziemlich stark und hat den Unterricht umso anstrengender gemacht. Jetzt haben wir den letzten Unterrichtstag auf See hinter uns und ich weiß nicht so recht, ob man das so positiv sehen sollte. Neben dem Gerede des Lehrers, hat der Bootsmann mit seinen Praktikanten gebohrt und reichlich Krach gemacht. Nach dem Mittagessen hatte Unterrichtsgruppe A Unterricht und ich war für die Backschaft eingeteilt.

Als ich in die Kombüse gekommen bin, habe ich einen Schock bekommen! Denn die Kombüse sah aus wie ein Schlachtfeld und ich glaube, so habe ich sie noch nie gesehen. Während ich am Putzen war, habe ich mich gefragt, wie man es schafft, Essen auf so kleinem Raum, so großflächig zu verteilen. Den Rest des Tages haben wir in der Backschaft geputzt und Käse für das Abendessen aufgeschnitten. Mit Yannik, Silas, Clara und etwas Musik war es dann doch noch lustig, obwohl die Aufgaben eher eintönig und weniger lustig waren. Aber es kommt auch immer darauf an, mit welcher Einstellung man an die Sachen ran geht.
Vor allem in der Backschaft ist der Seegang extrem anstrengend und es ist auch etwas Geschirr kaputt gegangen.

Am Abend wurde den zwei Geburtstagskindern Benni und Milena ein Lied vom Thor Chor gesungen und ich bin mir sicher, sie haben sich sehr darüber gefreut. Nach dem Abendessen haben wir uns alle beeilt und waren dann froh, als wir fertig waren. Und ich war super froh, dann mein Duschen genießen zu können!

Heute ist es noch genau 1 Monat, bis wir in Kiel einlaufen und unsere Familien wiedersehen können. Jeder freut sich auf seine Familie, das ist keine Frage, aber andererseits wird es uns allen unglaublich schwer fallen, uns voneinander vorerst verabschieden zu müssen.

Viele liebe Grüße an meine Lieben aus Solingen!

 

Ein Kommentar zu “Alltag, aber doch so anders!

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