Das beste Zwiebelbrot der Reise

Datum: 23.03.14
Mittagsposition: 36°03,0´N 038°52,1´W
Etmal: 117 sm
Wetter: Lufttemperatur: 18,5°C, Wassertemperatur: 18,5°C, Wind: NNE 3
AutorIn: Janina

Frühstück ans Bett, mit Kakao und frischem Obst, nachdem man ausgeschlafen hat: ja so stellt man sich einen Sonntagmorgen vor. Tja, in der Realität sieht das leider ein bisschen anders aus. Ich wurde um 7 Uhr mit den Worten „Janina, Janina, Janinaaaaaa. Guten Morgen, es ist sieben Uhr und du hast in einer Stunde Wache. Es ist sehr kalt draußen, ich würde mindestens zwei Pullis und Ölzeug anziehen“ geweckt. Das sind ja super Aussichten, dachte ich mir und meine Motivation sank auf minus 100%. Aber nachdem ich mich dann überwunden hatte aufzustehen, hat die Wache dann doch richtig Spaß gemacht. Immerhin ist Sonntag der einzige Tag, an dem wir ganze Wachen gehen und man während der Wache auch mal Zeit hat, mit den anderen zu quatschen. Außerdem wurde das Wetter während unserer Wache immer besser und wir konnten um 11 Uhr schon im T-Shirt rumlaufen. Vor dem Mittagessen musste ich noch schnell meinen Vortrag vorbereiten, den ich vor dem Abendessen halten sollte, da ich den gesamten Nachmittag mit Brotbacken beschäftigt war. Direkt nach dem Mittagessen ging es damit auch schon los. Aber das Besondere waren die Zutaten, die heute in das Brot kommen sollten. Normalerweise gibt es nur Rosinenbrot (schmeckt besonders zu Käse und Wurst super lecker:)) oder Brot mit allen möglichen Kernen. Aber heute durften wir auch angebratene Zwiebeln oder Oliven mit ins Brot mischen. Das war das erste und damit natürlich auch beste Zwiebelbrot der Reise! Die Hände noch voll mit Brotteig, ging es für mich anschließend zu meinem Vortrag über das El- Nino Phänomen in Geographie.
Nach dem Abendessen (leider noch mit altem Brot, aber das muss ja auch gegessen werden…) mussten wir noch die letzten Brote aus dem Backofen holen und die Formen abwaschen und dann hatten wir es endlich geschafft – könnte man meinen. Aber da morgen ja noch der letzte Test der Reise – der Physiktest – ansteht, durfte ich mir den gesamten Abend noch Kepler´sche Gesetze, Bewegungsgleichungen und die Fixsternparalaxe angucken. Die meisten anderen konnte man schon den ganzen Tag und auch schon die Tage davor, in der Bib oder in der Messe sitzen sehen, wie sie versucht haben, Formeln und Gesetze in ihren Kopf zu bekommen. Außerdem hat der Mörder mal wieder zugeschlagen und das nicht nur einmal. Am Abend waren schon über die Hälfte der Besatzung „umgebracht“ worden. Als ich ahnungslos in die volle Messe kam, hat es mich auch erwischt. Der Mörder kam hinterhältig von hinten und hielt mir die inzwischen völlig zerfledderte Karte vors Gesicht. Wie sich später herausstellte, war er aber der einzige, der bis jetzt gemordet hat und wir alle spekulieren, wer der andere Mörder sein könnte und warum er noch niemanden ermordet hat.

Viele liebe Grüße vom Nordatlantik!

Janina

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