Ein ganz normaler Schultag – auf dem Nordatlantik!

Datum: 19.03.14
Mittagsposition: 33° 49,6’N; 048° 45,2’W
Etmal: 119 sm
Wetter: Lufttemp: 21°C, Wassertemp.: 20,5°C, Wind: SW 2
Autor: Judith

07.25 Uhr. Gerade bin ich geweckt worden. Immer noch eine Stunde Zeit bis zum Unterricht. Hmm…bleib´ ich noch ein bisschen liegen…
07.45 Uhr. Vielleicht sollte ich langsam aufstehen. Aaalso…ein letztes Mal in die Decke einkuscheln, dann hinsetzen. In der Kammer ist es dunkel. Weil Theresa Backschaft hat und schon in der Kombüse steht, kann ich ruhig das Licht anmachen. Ich grinse. Ich liebe die Zweierkammer! So gemütlich und ordentlich. Und so viel Platz. An der Wand ein Riesen – Kubabild, Fotos, unser neues Namensschild an der Tür. Wir haben´s uns hier schön gemacht. Schnell einen Pulli überziehen und zum Frühstück in die Messe. Ich brauch `nen Kaffee, sonst krieg´ ich heute gar nichts mit.
08.30 Uhr. Der Unterricht beginnt mit einer Doppelstunde Physik – der letzten vor dem Test… das kann ja was werden…Ich merke, dass ich noch etwas verschlafen bin, aber die Aufgabe sorgt mal wieder für Spaß – Lennart hat David neulich mit dem Wasserschlauch bei einem Experiment nass gespritzt und jetzt sollen wir ausrechnen, wie weit weg er hätte stehen müssen, um noch ausweichen zu können…er hatte natürlich keine Chance!
Danach Deutsch – an Deck! Wir kommen hoch und sind alle überrascht, nachdem wir bis jetzt den ganzen Tag in der Messe waren – Sonne! Wir setzen uns aufs Hauptdeck und sonnen uns, während wir über Graffiti ( Kunst oder Vandalismus?) diskutieren. Solche Stunden werde ich daheim vermissen…
12.15 Uhr. Mittagessen, auch an Deck. Es gibt Nudelauflauf und ich platze fast, als ich auch noch Freddys Nachschlag aufessen soll.
13.00 Uhr. Schiffsversammlung auf dem Achterdeck. Jakob stellt uns das Wetter der nächsten Tage vor – so ruhig wie jetzt, bleibt es wohl nicht; so, wie es jetzt gerade ist, hätten wir den Nordatlantik ja auch wirklich nicht erwartet. Sonne und kein Wellchen.
Danach kommen noch ein paar Ansagen – wir essen einfach zu viel, das Brot ist schon wieder alle und mit einigen „Luxusartikeln“, wie Frischkäse, müssen wir wohl sparsamer umgehen…also gibt’s heute eine freiwillige Stamm – Brotbackschaft.
13.15 Uhr. Der Unterricht geht weiter. Unsere erste (Doppel -) Stunde Wahlpflichtfach: Die Geschichte des Terrorismus mit Schwerpunkt RAF. Richtig interessant! Wir kommen ins Debattieren und die Zeit geht richtig schnell vorbei! Trotzdem werden wir langsam müde…
15.30 Uhr. Endlich Kaffee! Kekse und Honigmelone. Lecker!
16.00 Uhr. Und jetzt noch Additum – wie soll ich mich jetzt denn noch auf Französisch konzentrieren?? Aber ich muss heute noch eine Lektion schaffen, damit mich Theresa heute abend abfragen kann. Carina hilft mir mit dem futur compose und wir würfeln und rechnen auf Französisch. So macht´s Spaß! Danach noch ein paar Übungen – und mal wieder ein Fragebogen. Die kennen wir doch schon auswendig…
17.25 Uhr. Gleich ist Signal K!!! Segel packen, Groß reffen, sturmklar machen. Tausche Französischbuch gegen Klettergurt und hoch! Es ist nicht mehr so warm wie heute Mittag, aber die Segelaction tut gut nach dem ganzen Sitzen heute. Wir bergen den Außenklüver und packen ihn, die Bram, das Großstengestag und das Großtop, lassen den Baum vom Groß runter, damit wir es besser reffen können, holen den Schoner dichter, machen die Schlagklappen der Oberlichter zu und laufen durchs ganze Schiff auf der Suche nach etwas, das nicht ordnungsgemäß gelascht und seefest ist.
18.40 Uhr. Sitze beim Abendessen. Nach der Stillen Minute steht plötzlich Kevin vorne. Was will der jetzt? „ Auf ihrer letzten Tour haben wir sie schon gesehen – und jetzt SIND SIE WIEDER DA! DIE BACKSCHAFTSBOYS!!“ Nach zwei Minuten am Lautsprecher – „Rumhantieren“, geht Musik an und unsere Lehrer Matze, Andi, Domi und Lennart kommen um die Ecke, in schwarzen Cowboy-Hemden und Neon-Hüten und legen – wie schon bei ihrer Lehrer- Backschaft auf der Atlantiküberquerung – eine gemeinsame Nummer hin. Was singen die da? Mett?? Ach ja, es gibt wieder Mettwurst…Einfach nur genial…Als sie fertig sind, werden sie bejubelt und dann gibt es frisch gebackenes Brot und Salat! Mjamjam…
20.00 Uhr. Noch am Tagebuchschreiben. Was wollte ich jetzt noch erzählen? Ach ja, seit ein paar Tagen treffe ich mich jeden Abend mit Theresa und Emmi in der Trockenlast – zum Singen!! ( da hört uns keiner) Fällt aber heute leider aus, Emmi hat keine Stimme mehr – ich habs ihr gestern prophezeit!
20.05 Uhr. Beschließe, dass mein Tagebuch fertig ist. War ein langer Tag! Ich trink´ jetzt noch ´nen Tee und les´ noch ein bisschen und dann ab in die kuschelige Koje, heute Nacht um halb zwei muss ich wieder raus.

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The Bermudas

We reached Bermuda on the 5th of March. As always, we first had to clean the ship. After some hard work, we finally could have a Coke – we had something to celebrate! We, the students, had managed to bring the Thor save to the Bermudian Islands- all on our own!
Our first day here in St Georges started with a great brunch. I helped to prepare it- and we had nearly everything what we could find in the corners of our ship. Pancakes, scrumbled eggs, toast, wraps filled with lots of vegetables, cheese,  tuna, …, many fruit and that was not all!
After my small presentation about Bermuda – in English of course – we finally went out to spend some time and our first money in St Georges, a cute little town with a small shopping street, a main place and a supermarket. We soon found out that we would have to take care of our money here because it dissapears right away in Bermuda. No, that´s not because of any thieves or pickpockets, but it´s just a result of the enormous prices in the shops. For example, a small box of chocolate could easily make 5$ disappear, while a whole fast food meal was most of the time as expensive as the famous Bermuda- hoodies… or  even much more expensive. Weiterlesen

Taking Over the Ship

“Taking over the ship“ is an important educational part of the project “Classroom under Sail“.
This handover gives an unique opportunity to the students. We had to take over all the jobs of the usual crew for a few days. That means jobs like the captain, first mate, project management, boat man, watch leader and cook. During that time the students should learn to keep responsibility and get a better organisation. There have been two handovers so far.

The first one was on the Atlantic Ocean. We had to bring the Thor to the Caribbean Islands of St Vincent and the Grenadines. All the students had to apply for the jobs. I applied to be captain. After a few days the crew read out the new positions. Ben and Svenja became the project management, Simon the first mate and I became the captain of the Thor Heyerdahl. We had to organize a lot. For example creating new watch plans or preparing the customs and immigration. Simon’s and my main task  was to do the navigation. That means we each had 6 hour watches in which we always controlled the course and the wind and checked the weather forecast for the next days. We had to do a jibe once, which was the first time I had the command over the jibe of such a huge ship. We were a very good team, so the jibe was very fast and successful. Weiterlesen