Im Zeichen des Wals

Datum: 31.03.2014
Wetter: Miestwetter
Mittagsposition: Azoren/ Faial/ Horta
Autor: Thommy

Der ganze Tag heute stand im Zeichen des Wals. Erst hielt Paul sein Referat, das unglaublich interessant war. Danach hatten wir Besuch. Pedro vom Whale Watching wollte uns auch noch etwas über seine Lieblingstiere erzählen, die sehr große Chancen haben, auch die Lieblingstiere von sehr vielen Kusis zu werden. Vor allem, als er uns selbst geschnittene Videos von abtauchenden Walen, wild umherschwimmenden Delphinen und Audios von Walgesängen zeigte.
Nach dem Mittagessen ging es dann weiter zum Walmanufakturmuseum, wo uns Lea etwas über die Geschichte des Walfangs erzählte. Diese Tiere sind schon sehr faszinierend, v.a. beeindrucken mich ihre Kommunikationstechnik und ihre Fähigkeit, bis zu eineinhalb Stunden die Luft anzuhalten. Von Lea erfuhren wir dann auch, wie stark die Wale heute, trotz Fangverbot, immer noch gefährdet sind und fanden es echt erschreckend. Wenigstens hatte Lennart eine gute Nachricht für uns: den Japanern wurde das Walfangen zu Forschungszwecken jetzt verboten.
Damit verstreuten wir uns in unseren freien Nachmittag. Meine Gruppe ging noch einmal an den Strand. Auf dem Rückweg wurde der Wind so stark, dass wir uns sogar in die Luft legen konnten. Weiterlesen

Der Countdown läuft

Datum: 30.03.14, Sonntag
Mittagsposition: Hafen in Horta
Etmal: –
Wetter: Lufttemperatur: 13,5°C, Wassertemperatur: 14,5°C, Wind: NW 1-2
Autor: Frederic

27 Tage noch! Als wir am Anfang unserer Reise von den Azoren oder dem Nordatlantik gesprochen haben, war das immer ein ferner Zukunftsgedanke. Genauso, wie beispielsweise der Tag, an dem man von Zuhause auszieht. Er scheint immer so weit entfernt, aber doch ist er irgendwann da. Genau das dachte ich mir heute Morgen, als ich aufgewacht bin. Ok, erst einmal sortieren… wo sind wir ? Ach ja, Azoren! Wie viel Uhr? Ok, 7 Uhr. Und was machen wir heute? Die Wanderung zur Caldeira!
Nach einem kurzen Frühstück machten wir uns fertig und marschierten zum Bus, der uns zur Caldeira bringen sollte. Als ich den Bus sah, der schon auf uns wartete, dachte ich mir, dass wir heute mal ausnahmsweise pünktlich sind. Tja, falsch gedacht: Nach einer kurzen Diskussion mit dem Busfahrer, der übrigens nur Portugiesisch sprach und sonst absolut nichts außer Zeichen mit Händen und Füßen verstand, stellte sich heraus, dass heute die Uhr auf Sommerzeit umgestellt worden war. Unsere innere Uhr war natürlich nie überhaupt erst in die Winterzeit umgestellt worden. Naja – jedenfalls wartete der Bus dann doch schon eine geschlagene Stunde auf uns. Aber schließlich fuhr er uns dann endlich hoch auf den von Nebel bedeckten Gipfel. Dort oben hatten wir die einmalige Gelegenheit, den Krater eines Vulkans, die sogenannte Caldeira, zu begutachten. An sich klingt das ja schön und gut, aber da oben war es wirklich verdammt kalt, der Wind hat einem nur so um die Ohren gepfiffen und man konnte noch nicht einmal die andere Seite des Kraters sehen, so viele Wolken waberten umher. Nachdem wir einen kurzen Blick erhascht hatten, verließen wir alle wieder so schnell wie möglich die Aussichtsplattform. Weiterlesen

Letzter Schultag – eine Rückschau

Datum: 29.03.14, Samstag
Mittagsposition: Hafen in Horta, Faial, Azoren
Etmal: –
Wetter: Lufttemperatur: 13,5°C, Wassertemperatur: 14,5°C, Wind: NW 1-2
Autor: Silas

Ich werde heute Morgen um 06:30 Uhr geweckt und wundere mich, warum ich schon so früh aufstehen soll … Heute soll der letzte Unterrichtstag bei KUS sein, aber ich denke, der Unterricht beginnt wie immer um 08:30 Uhr??? Habe ich irgendwas nicht mitbekommen? Doch dann fällt mir ein, dass ich ja noch Run & Dip machen wollte, um wach zu werden. Also stehe ich pünktlich um 06:50 Uhr an der Pier, um mit einigen anderen joggen zu gehen. Nach ca. einer halben Stunde haben wir eine schöne Bucht erreicht, wo Consti und ich noch ins eiskalte Wasser springen. Danach sind wir auf jeden Fall wach und können uns aufs Frühstück freuen.

Unterricht auf der Thor war jedes Mal etwas ganz Besonderes und seit meinem ersten Schultag bei KUS habe ich mich jeden Tag darauf gefreut. Zum einen war der Unterricht eine gute Abwechslung zum Wachalltag, der nach einem Monat schon zum normalen Alltag geworden ist. Zum anderen ist der Unterricht auf einem Schiff etwas ganz Anderes als in einer Schule zuhause.
Am Anfang musste der Unterricht oft in der Messe stattfinden, weil das Wetter an Deck nicht allzu gut war. Weiterlesen

Gehirnfrost

Datum: 28.03.14, Freitag
Mittagsposition: Horta, Fayal / AZOREN
Wetter: unglaublich wechselhaft
Autor: Lena

Platsch, Platsch, Platsch, SPLASH!! Na, was ist das? Richtig…eine Hand voll wildgewordener KUSis beim Dippen im eiskalten Wasser des Nordatlantiks. Die Bucht Porto Pim, eine ehemalige Walfangbucht, lag am Fuße eines Hügels, den wir kurz zuvor keuchend hinaufgejoggt waren. Dort ließ es sich wunderbar plantschen, sofern nicht – wie normalerweise – unzählige Portugiesische Galeeren angeschwemmt wurden. Doch keine Angst, liebe Mamis und Papis, der Wind kam aus einer anderen Richtung, sodass der Strand heute frei von diesen Nesseltierkolonien war. Über diese interessanten, aber auch gefährlichen Tiere erfuhren wir dann am Nachmittag gleich etwas mehr. Carina erzählte uns im Rahmen ihres Vortrags einiges über ihren Aufbau und über ihre Besonderheiten. Ein zusätzlicher Punkt unseres Nachmittagsprogramms bildete eine kleine Stadtführung durch Horta von Jakob. Unser Weg führte z.B. an einer imposanten, jedoch einsturzgefährdeten Kirche und am Rathaus vorbei. Nachdem wir so einen kleinen Überblick über die Stadt bekommen hatten, gab es freien Landgang.
Die meisten steuerten gleich das wohl berühmteste Seglercafe überhaupt an: Peter Café Sport. Auch ich machte einen Abstecher dorthin und testete den sagenumwobenen Schokoladenkuchen. Tut mir Leid, liebe Zuhause-Gebliebenen…Ich weiß, ihr rollt gerade die Augen: „Schon WIEDER geht es nur ums Essen!“ Allerdings müsst ihr es hinnehmen, da Essen…einfach toll ist! Weiterlesen

Einlaufen Azoren – das erste Mal Europa seit 4 Monaten

Datum: 27.03.2014
Mittagsposition: 38° 31,9’N ; 028° 37,5’W
Etmal:108 sm
Wetter: Lufttemperatur: 13°C, Wassertemperatur: 15°C, Windrichtung: NNE, Windstärke: 5
Autor: Clara E.

„Clara, Clara!“ „Ja?“, frage ich schlaftrunken (schon verständlich, schließlich ist es halb zwei Uhr morgens!) „Heute ist der 27., wir laufen heute auf den Azoren ein! Es lohnt sich also sehr, Wache zu gehen.“ Tja, dann stehe ich wohl mal auf. „Ach ja, übrigens, es ist richtig kalt, mindestens zwei Pullis anziehen!“ Okay, gut zu wissen. Zwanzig Minuten später stehe ich auf dem Achterdeck. Leider hatte der Wecker nicht übertrieben, „richtig kalt“ war nett gesagt.
Immer noch nicht ganz wach, höre ich bei der Wachübergabe zu, doch erst als gefragt wird, wer ans Ruder gehen möchte, bin ich ganz da. „Ich!“ Nutze ich doch mal die Chance und gehe vor dem Einlaufen ein letztes Mal Ruder bei Wache II. Gesagt, getan. Na ja, das letzte Mal war es doch nicht, um 4 Uhr war dann das wirkliche letzte Mal. So, 10 Minuten vor 5, 5 vor 5, ah, da ist ja auch schon Wache III: “Gode Wacht!“ … „Gode Ruh!“ Und wieder ab ins warme Bett, wenn ich aufwache, sehe ich die Azoren!!! Tatsächlich! Ein zweites Mal: „Clara, Clara!“ „Ja?“ (Diesmal schon ausgeschlafener, es war halb zehn.) „Guten Morgen! An deiner Stelle würde ich schnell aufstehen, man sieht schon die Azoren. Außerdem ist Donnerstag und es gibt Nutella, Erdnussbutter und Pfannkuchen.“ Das reicht natürlich aus, um mich ganz aufzuwecken. Sofort ziehe ich mich an und schaue nach oben. WOW! Unser letzter Landaufenthalt und wir werden in 2 Stunden da sein. „Schaut mal, da ist der Pico! Und er ist frei!!!“, höre ich von allen Seiten. Wow, da möchte ich hoch! Richtig beeindruckend. Was ich allerdings nicht gedacht hätte, war, dass es hier auch noch Palmen gibt. Tja, wohl doch noch ein bisschen karibisches Flair… Nach einem gemütlichen Frühstück kommt Signal K. Klar zum Anlegen! Weiterlesen

Alltag, aber doch so anders!

Datum: 26.03.2014
Mittagsposition: 38°13,4’N ; 030°47,6’W
Etmal: 130 sm
Wetter: Wassertemperatur: 16,5°C Windtemperatur: 16,5°C Windrichtung: WSW 3
Autor: Svenja

Die Frage ist, was ist normal?
Wie war das noch vor 5 Monaten mal?
Da war alles anders als Zuhaus‘
mitten in der Nacht in die Kälte raus…

Schlaflose Nächte wegen Seegang,
der ein oder andere vor Seekrankheit bang.
Dann die Ankunft in Teneriffa, „Na endlich!“
Nach der langen Zeit in England ein Erfolg für mich!

Und natürlich nicht nur für mich,
auch alle anderen freuten sich!
Grenada, Panama und Kuba sind vorbei.
Das waren 5 Monate? Oh mei…

Erlebt haben wir unglaublich viel,
heute noch genau ein Monat bis nach Kiel?
Die Zeit verging unglaublich schnell,
In den Kojen ist es nicht mehr hell. Weiterlesen

Nachrichtenteam

Datum: 25.03.2014
Mittagsposition: 37°46,4′ N; 033°26,9′ W
Wetter: Lufttemperatur: 18°C, Wassertemperatur: 17°C, Wind:SE
Etmal: 141sm
Autor: Benjamin B.

Langsam nähern wir uns unserem Ziel, den Azoren und sind schon gespannt darauf, statt den endlosen Weiten des Nordatlantiks die Küste der Azoren vor uns zu sehen.
„We’re on the same wave. We’re on our way!“
Neben Unterricht waren heute auch wieder Nachrichten auf dem Programm.
Ungefähr zweimal die Woche werden wir mit dem Newsletter der „Deutschen Welle“ versorgt, hinzu kommen gelegentlich abgehörte Nachrichten des BBC „World Service“. Eine Flut an Informationen, wie wir sie von zuhause kennen, bekommen wir lediglich an Land und bei der Ankunft eines neuen Stammmitglieds – diese haben häufig Zeitungen und Zeitschriften aus Deutschland mit im Gepäck.
Wenn es dann soweit ist und wir genügend Informationen haben, um unseren Mit–KUSis zu berichten, findet vor dem Abendessen eine kurze Präsentation der aktuellen Weltgeschehnisse statt. Wer sich tiefer einlesen möchte, kann den, im Navigationsraum ausgehängten, Newsletter der Deutschen Welle selber inspizieren. Weiterlesen

Logbuch vom 24.03.2014

Wir befinden uns heute am Montag, den 24.03.2014 um 19.00 Uhr BZ/ 21.00 Uhr UTC auf der Position 37°10,2`N und 035°22,1`W.
Mit Wind SE 4 laufen wir unter Maschine mit Sturmbesegelung Kurs 076° und 6,3 kn. Die Lufttemperatur beträgt 17,5°C, die Wassertemperatur 18°C. Bewölkt bis bedeckt. An Bord sind alle wohlauf und die Stimmung ist gut.
Heute wurde an Bord der Physiktest geschrieben, der zugleich den letzten Test der Unterrichtsphase darstellte. Die letzten Unterrichtsthemen werden bis Einlaufen Horta abgeschlossen. Auf See finden bis Kiel weiterhin Freiarbeiten statt, in denen sich die Jugendlichen mit der Unterstützung der Lehrkräfte weiter auf den Heimatunterricht vorbereiten.
Ein besonderes Ereignis war in der gestrigen Nacht das nächtliche Meeresleuchten (Biolumineszenz). Dieses begleitete uns immer wieder, entwickelte sich aber in der späten Sonntagnacht durch vorbeischwimmende Delfine zu einem prächtigen Lichterspiel.
Bis Horta sind es noch 334 sm. (ETA 27.03., 15:00 Uhr LT, Änderungen je nach Wetterlage möglich)

Andreas Holz, Projektleiter und Detlef Soitzek, Kapitän

 

„…it’s the final countdown!“

Datum: 24.03.14
Mittagsposition: 36°48,4’N, 036°07,2’W
Etmal: 147sm
Wetter: Lufttemperatur: 18,°C, Wassertemperatur: 18,°C, Wind: SE
AutorIn: Milena

Da sitze ich nun in der Messe, um mich herum herrscht emsiges Treiben und ich starre auf das leere Word Dokument, hänge meinen Gedanken nach. Man könnte meinen, jeder Tag hier sei etwas so Einzigartiges, dass Tagebuchschreiben das einfachste der Welt ist, einfach nur die schönsten Momente zusammengefasst und für euch Leser niedergeschrieben. Stattdessen ist mein erster Gedanke doch tatsächlich: „Über was soll ich denn nur schreiben? War doch alles ganz normal heute, so wie immer!” Das ist ein wenig erschreckend, denn “normal” im herkömmlichen Sinne war dieser Tag ganz bestimmt nicht. Vor fast genau 5 Monaten wäre es wohl sogar einer der außergewöhnlichsten Tage meines Lebens gewesen. Im Grunde genommen ist er das noch immer, doch mittlerweile fühlt es sich für uns alle einfach so nach Alltag an. Den Gedanken zu realisieren, 190 Tage lang hintereinander einen der besondersten Tage deines Lebens zu erleben, ist fast unvorstellbar. Vielleicht schreiben wir auch deshalb diese Tagebücher, um uns über die Besonderheit der tausend außergewöhnlichen Momente hier an Bord bewusst zu werden. Die Thor, unser Zuhause, ein schaukelndes Segelschiff auf den endlosen Wellen des Ozeans, wie eine Fantasiewelt, die nicht nur aus Wörtern in einem Märchenbuch besteht, sondern wirklich existiert. Zugegeben, als ich um halb 5 Uhr morgens aus meinen Träumen gerissen wurde, fühlte es sich im ersten Moment statt Märchen eher nach fieser Gemeinheit an. Die Gedanken des beginnenden Tages gehörten mehr dem Schmerz darüber, meiner kuscheligen, gemütlichen, warmen und weichen Koje auf Wiedersehen sagen zu müssen, als der Freude auf das dunkle, kalte und windige Achterdeck. Doch der Sonnenaufgang direkt vor unserem Bug, kam in jedem Fall traumhaften Vorstellungen nach: Erst die rosa gefärbten Wolken am Horizont und dann irgendwann, das plötzliche Auftauchen der ersten Strahlen eines orangeroten Feuerballs. Weiterlesen

Das beste Zwiebelbrot der Reise

Datum: 23.03.14
Mittagsposition: 36°03,0´N 038°52,1´W
Etmal: 117 sm
Wetter: Lufttemperatur: 18,5°C, Wassertemperatur: 18,5°C, Wind: NNE 3
AutorIn: Janina

Frühstück ans Bett, mit Kakao und frischem Obst, nachdem man ausgeschlafen hat: ja so stellt man sich einen Sonntagmorgen vor. Tja, in der Realität sieht das leider ein bisschen anders aus. Ich wurde um 7 Uhr mit den Worten „Janina, Janina, Janinaaaaaa. Guten Morgen, es ist sieben Uhr und du hast in einer Stunde Wache. Es ist sehr kalt draußen, ich würde mindestens zwei Pullis und Ölzeug anziehen“ geweckt. Das sind ja super Aussichten, dachte ich mir und meine Motivation sank auf minus 100%. Aber nachdem ich mich dann überwunden hatte aufzustehen, hat die Wache dann doch richtig Spaß gemacht. Immerhin ist Sonntag der einzige Tag, an dem wir ganze Wachen gehen und man während der Wache auch mal Zeit hat, mit den anderen zu quatschen. Außerdem wurde das Wetter während unserer Wache immer besser und wir konnten um 11 Uhr schon im T-Shirt rumlaufen. Vor dem Mittagessen musste ich noch schnell meinen Vortrag vorbereiten, den ich vor dem Abendessen halten sollte, da ich den gesamten Nachmittag mit Brotbacken beschäftigt war. Direkt nach dem Mittagessen ging es damit auch schon los. Aber das Besondere waren die Zutaten, die heute in das Brot kommen sollten. Normalerweise gibt es nur Rosinenbrot (schmeckt besonders zu Käse und Wurst super lecker:)) oder Brot mit allen möglichen Kernen. Aber heute durften wir auch angebratene Zwiebeln oder Oliven mit ins Brot mischen. Das war das erste und damit natürlich auch beste Zwiebelbrot der Reise! Die Hände noch voll mit Brotteig, ging es für mich anschließend zu meinem Vortrag über das El- Nino Phänomen in Geographie.
Nach dem Abendessen (leider noch mit altem Brot, aber das muss ja auch gegessen werden…) mussten wir noch die letzten Brote aus dem Backofen holen und die Formen abwaschen und dann hatten wir es endlich geschafft – könnte man meinen. Weiterlesen