Ein Tag in Canterbruy

Datum: 02.11.2013, Samstag
Mittagsposition: 51°00,9′ N; 001°18,9′ W, Dover
Etmal: 0 sm
Wetter: Lufttemperatur:15 °C, Wind: SSW4

Autor: Freddy

Ein Tag in Canterbury
In England – nach so ewig langer Zeit,
kommt es, dass uns nichts anderes übrig bleibt,
als uns den Einheimischen anzupassen,
das heißt, Scones und Tea an uns ranzulassen.
Auch ließen wir die Gassen nicht außen vor,
so sah man 36 Kusis vorm Cathedral Tor.
Unsere Lehrer, einfallsreich, wer hätte es gedacht,
sagten uns nach langem schwitzen letzte Nacht,
dass uns eine lustige Rallye bevorstände,
deshalb sitzen wir nun hier und dichten Bände.
Beim Fazit sind wir jetzt angelangt:
Wir gehen als Großfamilie Hand in Hand.

Dies ist eines der Gedichte, die unsere Gruppen während der Stadtrallye durch Canterbury zu schreiben hatten. Allerdings war dies nur eine von vielen Aufgaben, die wir auf den ganzen Tag verteilt erledigen sollten. Eine weitere Aufgabe war es, ein typisch englisches Rezept aufzutreiben und dazu auch das Bild des fertigen Gerichtes zu bekommen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, schlenderte ich mit meiner Gruppe durch die Gassen und hielt die Augen nach einem Café offen, in dem wir nach solch einem Rezept fragen könnten. Dabei fiel uns an einer Straßenecke ein Restaurant auf, bei dem ein Mann mit weißem Kittel und Mütze an einem Tisch saß. Nachdem wir diesen angesprochen hatten, entpuppte er sich sogar als Koch des Lokals. Was für ein Glück! Er war sehr freundlich und gab uns das Rezept (sogar schon umgerechnet für 50 Portionen) für Scones, ein wirklich typisch englisches Rezept. Da sich das ganze schon echt lecker anhörte, wir noch ein Bild brauchten und alle so langsam hungrig wurden, setzten wir uns gleich ins Restaurant und bestellten unser neu erworbenes Rezept. Echt lecker! Nach dieser wohligen Pause gingen wir mit neuem Elan an die nächste Aufgabe: Wir sollten eine Videobotschaft an KUS von einem Einwohner Canterburys auftreiben. Bei dieser Aufgabe erklärte sich eine ältere Dame bereit uns zu helfen. Sie wünschte uns viel Glück, guten Wind (welcher hoffentlich noch kommt) und, dass wir wieder gesund und glücklich nach Deutschland zurückkehren. Meine Lieblingsaufgabe allerdings war das Weitertauschen einer KUS-Postkarte zu immer wertvolleren Gegenständen. Unsere Gruppe hat die Karte gegen ein „singendes“ England Souvenir getauscht. Dieses haben wir dann nach misslungenen Versuchen in verschiedensten Läden und langen Verhandlungen bei einem lustigen Straßenhändler gegen eine kleine Cap gewechselt. Schließlich haben wir  diese wiederum bei einem weiteren Händler gegen eine größere Cap getauscht, welche sogar einen Wert von etwa acht Pfund hatte. Die berühmteste Sehenswürdigkeit Canterburys lag aber noch vor uns: Die Kathedrale von Canterbury, eine der größten und schönsten Kirchen, die ich je gesehen habe. Zuerst konnten wir das Hauptschiff nicht besichtigen, da dort ein Gottesdienst gehalten wurde. Dies war jedoch nicht weiter schlimm, weil die Kathedrale noch viel mehr zu bieten hatte. Als wir die Krypta besichtigten, hatten wir das erste Mal auf dieser Reise ein bisschen Zeit um über das bereits Geschehene nachzudenken. Das erste Mal seit langem, dass absolute Stille herrschte. Vielleicht lag es daran, dass dort unten eine düstere Stimmung war oder dass die einen oder anderen Gedanken nach Hause schweiften. Auf jeden Fall kullerten hier einige Tränen. Dann war auch schon das Hauptschiff frei und wir konnten dieses, begleitet vom einstimmenden Kirchenchor, erkunden. Schon ging der Tag in Canterbury zu Ende. Noch schnell zum Bus, der uns zurück zur Thor brachte, wo wir noch Projektetreffen hatten. Aber dann sind alle auch schnell ins Bett gegangen, denn Morgen wartet ein weiterer schöner Tag in Dover auf uns.

Viele Grüße aus England Freddy

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Leinen los

Datum: 30.10.13 (Mittwoch)
Mittagsposition: Dover Harbour
Etmal: 80 sm
Wetter: Lufttemperatur: 13,5°C , Wassertemperatur: 14°C, Wind: SSW 1-2

AutorIn: Amara

Leinen los
Direkt nach dem Frühstück hieß es für uns alle um 8°°Uhr Signal K – „All hands on deck“. Nach dem hohen Spritverbrauch der letzten Tage war es Zeit, Diesel zu bunkern. Also nahmen wir direkten Kurs auf die „Tankpier“, um ca. 5200 L zu tanken. Nachdem wieder genug Sprit im Tank war, mussten wir sofort  zurück ins Hafenbecken verholen, um den Platz für die Lotsenboote frei zu machen. 100 Eier, 10kg Weizenmehl, 35 TL Salz, 6kg Zwiebeln und 5kg Käse waren die Zutaten für die Medizin unserer heutigen Backschaft (die nebenbei bemerkt nur aus Männern bestand!), um uns alle wieder zu stärken und glücklich zu stimmen. Wer hätte vor drei Wochen gedacht, dass ein eigentlich alltägliches Gericht nach bereits wenigen Tagen auf See den Koch zu einer Legende machen würde. Denn unsere grandiose Kombüsencrew zauberte aus den genannten Zutaten Käsespätzle, die normalerweise für 100 Leute gereicht hätten. Selbstgepresst und mit viel Liebe zubereitet hat das Mittagessen die komplette Bordbesatzung zum Schmatzen und genießen gebracht. Nach dem Essen kam die Ansage, dass wir unseren eigenen kleinen „Thor-Dinghi-Boots-Schein“ machen dürfen, was sehr praktisch war, weil wir hier in Dover wegen dem hohen und schnellen Gezeitenwechsel keine Gangway aufbauen können. Während die einen also von Detlef alles übers Dinghi gelehrt bekamen, übte die andere Gruppe mit Ruth Wurfleine werfen. Das Wurfleinen werfen ging für mich persönlich leider nicht so gut aus, denn ich stellte dummerweise zu spät fest, dass Wurfleinen nicht schwimmen und man, wenn Ruth sagt „Festhalten!“, das auch am besten tun sollte. Naja, jetzt muss ich damit leben, dass man mich die Leinenhexe nennt oder eben ab und zu mal ruft „Amara, Leinen los!“ :D. Aber noch nachts sollte sich heraus stellen, dass nicht nur ich im Versenken eine 1 bin; denn nur wenige Stunden später, entledigte sich ein weiterer Schüler unseres geliebten „Admirals“, dem Wasserthermometer. Nach dem Abendessen klang dann der Abend gemütlich aus: mit singen in der Messe oder mit verbreiten von Klatsch und Tratsch  in den  Kammern. Plötzlich „slippte“ jedoch gegen 23°°Uhr der Anker und Detlef musste noch einmal den Motor anschmeißen, um uns eine sichere Nacht zu gewähren, damit wir endlich friedlich schlafen gehen konnten.
Ganz liebe Grüße von den KUS´is, die es nicht erwarten können, endlich Piraten zu werden!

Eure Amara