Zwischenstopp in England

Datum: Samstag, den 26.10.2013
Mittagsposition: 52° 02,9′ N; 001° 09,7′ E (=Ipswich)
Etmal: 0 sm
Wetter: Lufttemperatur:17 °C, Wassertemperatur: 14°C, Wind: S2
Autorin: Emmi

Zwischenstopp in England

„No Panic on Titanic“. Das war bis jetzt unser Motto, doch langsam wurde es uns doch zu bunt. Seit gestern Abend liegen wir in England im Hafen von Ipswich, weil das Wetter leider nicht so richtig mitspielt. Wir haben zu viel starken Wind aus der falschen Richtung und jetzt kommt auch noch ein Orkan auf uns zu. Als wir das von Detlef, unserem Kapitän, erfahren haben, waren wir schon ziemlich erschrocken und haben uns gefragt, was uns da wohl die nächsten Tage noch so erwartet.

Heute früh ging es erst einmal mit „Großreinschiff“, wie jeden Samstag, los. Jede Wache hat ihre eigene Station, die sie sehr gründlich putzen muss. Natürlich durften wir auch die Kammern nicht außen vor lassen. Als wir dann nach langen Schuften fertig waren, wurde unsere Arbeit noch kritisch begutachtet. Dabei ging Detlef mit einer Taschenlampe durch das Schiff und kontrollierte jeden einzelnen Winkel. Wir waren uns alle unsicher, ob das Schiff sauber und ordentlich genug war. Am Ende haben wir aber dann doch eine positive Rückmeldung bekommen.

Da ich Wache 1 bin, hatte ich das Glück, dass wir alle zusammen die Bram packen durften. Das ist das oberste Rahsegel am Schonermast. Nach einem langen Aufstieg mit Klettergurt ins Rigg mussten wir uns erst einmal in einer Höhe von fast 30 Metern zurechtfinden. Am Anfang war es noch eine recht wackelige Angelegenheit, da wir alle zusammen nur auf einem Seil (= Fußpferd) standen. Doch nach ein bisschen Eingewöhnungszeit fand ich es wirklich cool hier oben! Man konnte es richtig genießen, den ganzen Hafen zu überblicken und von oben zu sehen, was an Deck so passiert. Dann ging es an das ordentliche Packen des Segels, dem eigentlichen Grund, warum wir überhaupt nach oben geklettert sind. So standen wir zu elft auf einem Drahtseil, hingen fast bäuchlings über der Rah und hantierten mit dem sperrigen Segel.

Nach dem von allen lang ersehnten Mittagessen, war die wöchentliche Versteigerung der „Lost and Found Kiste“ an der Reihe. In diese Kiste kommen alle Sachen, die gefunden werden. Zu Ersteigern gab es praktische Dinge wie Shampoo, Skiunterwäsche und Zahnseide.

Am Nachmittag stand dann der Landgang für alle an, bei dem wir die Innenstadt von Ipswich erkundeten. Zuerst mussten wir natürlich noch unser Geld in Pfund wechseln, aber danach ließen auch Fish and Chips nicht mehr lange auf sich warten.

Nach telefonieren und skypen mit Familie und Freunden, ging es dann schnell wieder „nach Hause“ auf die Thor, wo wir unseren ereignisreichen Samstag gemeinsam mit dem Film „Angels’s Share“ beendeten.

Viele liebe Grüße aus England!

Emmi

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Ein Kommentar zu “Zwischenstopp in England

  1. Ich wünsche euch allen viel Spaß bei der Erkundung eures neuen ICH. Da ich euch von Anfang an beobachte (AIS) wo ihr euch befindet und zugleich das Wetter sehe habt ihr einen Teufelskerl als Skipper der genau weiß was er machen muss !!
    Immer ne Handbreit von der SY MALU .

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